Was passierte, wenn einer „Nein“ zur Stasi sagte?

Was passierte, wenn einer damals „Nein“ zu einer Spitzeltätigkeit für den DDR-Staatssicherheitsdienst sagte? 2002 habe ich mich gemeinsam mit Marco Hecht in einem Buch darin beschäftigt.
Die Bundeszentrale für Politische Bildung bat mich jetzt um einen Beitrag dazu für ihre sehr lesenswerte und umfangreiche Online-Dokumentation über die DDR-Staatssicherheit.

http://www.bpb.de/geschichte/deutsche-geschichte/stasi/218881/neinsager

„Es gehörte also für Bürgerinnen und Bürger der DDR, die einen solchen Schutz nicht hatten, eine Menge Mut dazu, sich offen zu verweigern. Wer in der DDR Zivilcourage bewies, konnte im Regelfall sicher sein, dass er einen Preis in Form von Verzicht auf Komfort oder Karriere, im schlimmsten Fall sogar mit dem Verlust von Freiheit oder gar Leben zu bezahlen hatte. Welche Sanktionen für aufmüpfiges Verhalten drohten, war dabei unklar, die Ungewissheit darüber und die allgemeine Rechtsunsicherheit waren wichtige Elemente der Herrschaftsstrategie der SED.

Was passierte also Menschen, die sich einer Spitzeltätigkeit für die Stasi verweigerten? Karriereknick, Berufsverbot, Inhaftierung, Bespitzelung, Psycho-Schikanen („Zersetzung“) – alles war drin. Manchmal passierte auch gar nichts, es reichte der Mut, die Konspirativität abzulehnen und Stasi-Werbern zu sagen, „da muss ich erst mit meiner Frau drüber reden“ oder „mit meinen Kollegen“. Dann beendete das MfS aus Angst vor Dekonspiration schnell einen Kontakt. „

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