define('DISALLOW_FILE_EDIT', true);
define('DISALLOW_FILE_MODS', true);{"id":1466,"date":"2017-10-16T12:39:54","date_gmt":"2017-10-16T10:39:54","guid":{"rendered":"http:\/\/geraldpraschl.de\/?p=1466"},"modified":"2017-10-16T12:43:19","modified_gmt":"2017-10-16T10:43:19","slug":"interview-mit-angela-merkel-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geraldpraschl.de\/?p=1466","title":{"rendered":"Interview mit Angela Merkel 2017"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_1468\" aria-describedby=\"caption-attachment-1468\" style=\"width: 474px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/merkel_2-min.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-1468\" src=\"https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/merkel_2-min-1024x681.png\" alt=\"\" width=\"474\" height=\"315\" srcset=\"https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/merkel_2-min-1024x681.png 1024w, https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/merkel_2-min-300x200.png 300w, https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/merkel_2-min-768x511.png 768w, https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/merkel_2-min.png 1560w\" sizes=\"auto, (max-width: 474px) 100vw, 474px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1468\" class=\"wp-caption-text\">Interview mit Angela Merkel (F. Toelle\/SUPERillu<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"p1\">Am SUPERillu traf Angela Merkel und sprach<br \/>\nmit ihr \u00fcber<span class=\"s1\"><b> die Themen, die Deutschland jetzt<br \/>\nbewegen: <\/b><\/span>Wie kommen wir raus aus der Fl\u00fcchtlingskrise? Warum dauert das mit der Angleichung der Ost-Renten so lange? Wer ist schuld an der Diesel-Aff\u00e4re? Und wir fragten sie auch, woher sie nach zw\u00f6lf Jahren im Amt die Motivation nimmt weiterzumachen<\/p>\n<p>Es war einer der ersten Termine der\u00a0Kanzlerin nach ih\u00adrem Som\u00admer\u00adurlaub in den Do\u00adlomiten. Am 10.\u00a0Au\u00ad\u00adgust empfing sie im \u00adBundeskanzleramt SUPERillu-Chef\u00adredakteur Stefan Kobus und SUPERillu-Politikchef Gerald Praschl zum Interview.<\/p>\n<p><strong>Frau Merkel, was motiviert Sie, noch mal als Kanzler\u00adkandidatin anzutreten?<\/strong><\/p>\n<p>Meine wichtigste Motivation ist, dass ich weiter neugierig auf Menschen, ihre Schicksale und ihr Leben bin und dass ich daf\u00fcr arbeiten m\u00f6chte, dass es den Menschen in unserem Land auch in Zukunft gut geht; gerade in einer sehr unruhigen Welt, von der man manchmal meint, sie sei aus den Fugen geraten.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Ist denn die Welt wirklich aus den Fugen geraten?<\/strong><\/p>\n<p>Jedenfalls gibt es viele Probleme und Krisen, deren Auswirkungen auch uns in Deutschland unmittelbar betreffen. Ob es um die gro\u00dfen Fluchtbewegungen auf der Welt geht oder um den internationalen Terrorismus \u2013 wir merken, dass wir uns davon nicht einfach abschotten k\u00f6nnen, sondern dass wir Verantwortung \u00fcbernehmen und uns an der L\u00f6sung dieser Probleme beteiligen m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>Die Fl\u00fcchtlingskrise und die Terrorgefahr machen vielen Deutschen nicht nur Angst. Sie sorgen auch f\u00fcr Zweifel, ob Beh\u00f6rden und Politiker ihre Sicherheit noch gew\u00e4hrleisten k\u00f6nnen. Wie wollen Sie das Problem in den Griff bekommen und den B\u00fcrgern das Vertrauen zur\u00fcckgeben?<\/strong><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst einmal m\u00f6chte ich klar unterscheiden zwischen der Frage der Fl\u00fcchtlinge und dem internationalen Terrorismus. Auch L\u00e4nder wie Frankreich oder Gro\u00dfbritannien, die weit weniger Fl\u00fcchtlinge als wir \u00adaufgenommen haben, hatten schwerste terroristische An\u00ad\u00adschl\u00e4ge zu erleiden. Wir k\u00f6nnen die Herausforderung des Terrorismus nur bestehen, indem wir international engstens zusammenarbeiten. Wir haben eine Reihe von Gesetzen beschlossen, die es uns erleichtern, Terroristen zu verfolgen und zu bestrafen. Wir m\u00fcssen in Europa den Austausch von sicherheitsrelevanten Daten weiter ver\u00adbessern. Und wir brauchen ein zentrales Einreise- und Ausreiseregister f\u00fcr den Schengenraum, damit wir genau wissen, wer sich hier aufh\u00e4lt. Dar\u00fcber haben wir in Br\u00fcssel auch schon Einigkeit erzielt.<\/p>\n<p>Nun zur Migration und zu den Fl\u00fcchtlingen. Auch hier muss man unterscheiden zwischen den Menschen aus den Kriegsgebieten, zum Beispiel in Syrien oder im Irak, und denjenigen, die nach Europa aufgebrochen sind, weil sie in ihren Heimatl\u00e4ndern keine Perspektive se\u00adhen. Wir sind uns in Europa einig, dass wir den Menschen, soweit es geht, vor Ort oder in der N\u00e4he ihrer Heimat helfen m\u00fcssen, denn niemand verl\u00e4sst seine Heimat leichtfertig. Tats\u00e4chlich ist viel geschehen. Auch dank deutscher und europ\u00e4i\u00adscher Unterst\u00fctzung ist die Lage in den Fl\u00fcchtlingslagern in Jordanien, im Libanon und in der T\u00fcrkei, die drei Millionen Fl\u00fcchtlinge aufnahm, heute deutlich besser als vor zwei Jahren.<\/p>\n<p><strong>Aktuell blicken wir vor allem mit gro\u00dfen Sorgen auf die nicht abrei\u00dfende Welle von Migranten, die mit Booten \u00fcbers Mittelmeer kommen \u2026<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr einen Teil des Mittelmeers, die \u00c4g\u00e4is, haben wir mit den Vereinbarungen zwischen der EU und der T\u00fcrkei gezeigt, wie man das grausame Schlepper\u00adgesch\u00e4ft erfolgreich bek\u00e4mpfen und die illegale Migration deutlich eind\u00e4mmen kann. Eine \u00adsolch enge Zusammenarbeit brauchen wir auch mit anderen Mittelmeeranrainern. Mit dem Schl\u00fcsselland Libyen ist das allerdings besonders schwierig, weil dort staatliche Strukturen erst wieder aufzubauen sind. Europa engagiert sich sehr stark in diese Richtung. Es geht auch darum, gemeinsam mit der UNO die humanit\u00e4re Lage in Libyen zu verbessern, damit Menschen nicht mehr eine gef\u00e4hrliche \u00dcberfahrt \u00fcber das Mittelmeer riskieren m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Wir brauchen insgesamt eine neue Qualit\u00e4t von Partnerschaft mit den afrikanischen L\u00e4ndern, aus denen Fl\u00fcchtlinge und Mi\u00ad\u00adgranten kommen oder die von ihnen auf dem Weg nach Europa durchquert werden. Hier sind wir bereits um einiges voran\u00adgekommen. Wir haben Vereinbarungen, Verhandlungen und laufende Abstimmungen mit einer ganzen Reihe dieser L\u00e4nder, beispielsweise mit Niger, \u00c4gypten, Marokko und Tunesien. Zu besseren Lebensperspektiven f\u00fcr die Menschen in Afrika beizutragen ist im urei\u00adgenen deutschen und europ\u00e4i\u00adschen Interesse wie nat\u00fcrlich gerade auch im Interesse der Menschen vor Ort.<\/p>\n<p><strong>Die Situation an der Mittelmeergrenze ist doch absurd. Wer es illegal mit dem Boot auf EU-Gebiet schafft, dem gew\u00e4hren wir Anh\u00f6rung und ein Asylverfahren \u2013 allen anderen nicht. Das ist doch geradezu eine Aufforderung, es illegal nach Europa zu versuchen\u00a0\u2026<\/strong><\/p>\n<p>Deswegen ist es ja so wichtig, gegen die kriminellen Schlepper entschlossen vorzugehen. Kriegs\u00adfl\u00fcchtlinge zum Beispiel aus dem S\u00fcdsudan, von denen j\u00fcngst sehr viele von Uganda aufgenommen wurden, m\u00fcssen wir dort ma\u00ad\u00adte\u00adriell ordentlich unterst\u00fctzen. Die allermeisten afrikanischen Fl\u00fcchtlinge finden in Afrika Schutz und kommen nicht nach Europa.<\/p>\n<p><strong>Sie bezeichnen all diese Menschen als Fl\u00fcchtlinge. Aber die\u00a0meisten, die \u00fcbers Mittel\u00admeer zu uns dr\u00e4ngen, sind doch gar keine Kriegsfl\u00fcchtlinge. Sondern junge Leute aus verschiedenen afrikanischen L\u00e4ndern, die einfach nur ein besseres Leben suchen\u00a0\u2026<\/strong><\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen nat\u00fcrlich unterscheiden zwischen Menschen, die vor Krieg, Terror und Verfolgung fliehen, und Migranten, die aus wirtschaftlicher Perspektivlosigkeit kommen. Wobei sich die Ursachen auch vermischen k\u00f6nnen \u2013 wie bei Afghanen, von denen aktuell etwa die H\u00e4lfte derer, die kommen, als Schutzberechtigte anerkannt wird und die andere H\u00e4lfte nicht. In allen F\u00e4llen m\u00fcssen wir zum einen die Ursachen f\u00fcr die Migrationsbewegungen und zum anderen die Illegalit\u00e4t bek\u00e4mpfen, in der sie stattfinden, von der nur skrupellose Schlepper profitieren.<\/p>\n<p>Die gesamte Fl\u00fcchtlings- und Migrationsfrage ist eine globale Herausforderung \u2013 kein Land kann das allein l\u00f6sen. Europa muss hier zusammenhalten. Das gelingt bei der Bek\u00e4mpfung von Fluchtursachen und illegalen Schleppern inzwischen gut, im Bereich der solidarischen Verteilung aber noch nicht.<\/p>\n<p><strong>Vor allem die \u00f6stlichen EU-L\u00e4nder, die 2004 und sp\u00e4ter der EU beitraten, sperren sich gegen die Aufnahme von\u00a0Fl\u00fcchtlingen. K\u00f6nnen Sie das akzeptieren?<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr mich gilt, dass wir in der Europ\u00e4ischen Union bei allen Problemen zusammenstehen m\u00fcssen. Wenn Fl\u00fcchtlinge in Italien ankommen, k\u00f6nnen an\u00ad\u00addere Mitgliedsl\u00e4nder nicht einfach sagen, sie h\u00e4tten damit nichts zu tun. Das muss solidarisch gel\u00f6st werden, wie ja auch die 2004 zur EU hinzugekommenen L\u00e4nder auf anderen Ge\u00ad\u00adbieten auch von gro\u00dfer europ\u00e4ischer Solidarit\u00e4t profitieren.<\/p>\n<p><strong>Ein anderes Thema \u2013 die Skandale um die deutsche \u00adAutoindustrie, \u201eDiesel-Gate\u201c und die Kartellvorw\u00fcrfe. Eine\u00a0aktuelle Umfrage des ARD-Deutschlandtrends ergab, dass 67 Prozent aller Deutschen den Eindruck haben, dass die Bundesregierung mit Deutschlands Autobossen zu r\u00fccksichtsvoll umgeht\u00a0\u2026<\/strong><\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen schonungslos aufkl\u00e4ren, was im Zusammenhang mit den Abgasnormen f\u00fcr Dieselfahrzeuge falsch gelaufen ist. Nach dem ersten Dieselgipfel d\u00fcrfen wir nicht zur Tagesordnung \u00fcbergehen. Hier wurde betrogen. Das muss man ganz klar so benennen. Deswegen ist es richtig und notwendig, dass die Automobilindustrie jetzt f\u00fcnf\u00a0Millionen Autos nachr\u00fcsten wird. Es ist auch gut, dass wir ab 1.\u00a0September einen realistischeren Abgasfahrtest haben werden, und auch die Kartellvorw\u00fcrfe m\u00fcssen nat\u00fcrlich von den zust\u00e4ndigen Stellen untersucht werden. Klar ist: Das Vertrauen in die Automobilindustrie ist ersch\u00fcttert. Es ist an der Automobilindustrie, Schaden wieder gutzumachen \u2013 zum Beispiel durch Umtauschpr\u00e4mien und Nachr\u00fcstung bei der Software. Diese Industrie, von der sehr viele Arbeitspl\u00e4tze abh\u00e4ngen, muss zur Ehrlichkeit zur\u00fcckkehren. Gleichzeitig darf sie den Anschluss an die Zukunft nicht verpassen. Wir werden noch f\u00fcr eine bestimmte Zeit Verbrennungsmotoren brauchen. Autok\u00e4ufer m\u00fcssen sich deshalb darauf verlassen k\u00f6nnen, dass die Umweltwerte stimmen, die ihnen versprochen werden. Wir wollen alles tun, um Fahrverbote zu vermeiden, weil wir damit Menschen bestrafen w\u00fcrden, die gutgl\u00e4ubig ein Auto gekauft haben. Zugleich werden wir die Automobilindustrie ermuntern, noch st\u00e4rker auf Zukunftstechnologien, insbesondere E-Mobilit\u00e4t, zu setzen.<\/p>\n<p><strong>Br\u00e4uchten wir da nicht h\u00f6here Kaufpr\u00e4mien f\u00fcr K\u00e4ufer von E-Autos? Und gleichzeitig eine Abschaffung der Steuervorteile f\u00fcr Dieselautos?<\/strong><\/p>\n<p>Diese Vorteile f\u00fcr Dieselautos gibt es vor allem auch deshalb, weil sie weniger CO2 aussto\u00dfen. Da ist der Diesel besser als der Benzinmotor. Um unsere ehrgeizigen CO2-Klimaziele zu erreichen, brauchen wir moderne Dieselfahrzeuge, und zwar solche, die nat\u00fcrlich gleichzeitig die Stickoxid-Normen erf\u00fcllen. F\u00fcr E-Autos gibt es bereits eine Anschaffungspr\u00e4mie. Aber viele Kunden z\u00f6gern, weil sie noch nicht gen\u00fcgend Ladestationen sehen. Auf dem Ausbau dieser Ladeinfrastruktur muss in den n\u00e4chsten Jahren ein Schwerpunkt liegen.<\/p>\n<p><strong>Einige europ\u00e4ische L\u00e4nder setzten bereits eine Deadline, wollen ab 2030 oder 2040 keine Autos mit Verbrennungsmotoren neu zulassen. W\u00e4re das auch f\u00fcr Deutschland sinnvoll?<\/strong><\/p>\n<p>Ich kann jetzt noch keine pr\u00e4zise Jahreszahl nennen, aber der Ansatz ist richtig, denn wenn wir schnell in noch mehr Lade\u00adinfrastruktur und Technik f\u00fcr E-Autos investieren, wird ein genereller Umstieg strukturell m\u00f6glich sein. Klar ist zugleich, dass wir uns bis 2050 sehr ehrgeizige Klimaziele gesetzt haben, n\u00e4mlich 80 bis 95 Prozent CO2-Reduzierung, die nur zu schaffen sind, wenn auch im Verkehr deutlich weniger CO2 ausgesto\u00dfen wird.<\/p>\n<p><strong>Ihr Koalitionspartner von der SPD, Sigmar Gabriel, hat j\u00fcngst gesagt, er halte die Gro\u00dfe Koalition nicht mehr f\u00fcr ein Zukunftsmodell. Wie sehen Sie das?<\/strong><\/p>\n<p>Die Regierung der Gro\u00dfen Koalition hat in den letzten vier Jahren viel erreicht. Zugleich versteht es sich von selbst, dass ich im Wahlkampf f\u00fcr die St\u00e4rke meiner Partei k\u00e4mpfe und keinen Koalitionswahlkampf f\u00fchre. F\u00fcr uns ist ansonsten klar: Weder mit der Linken noch mit der AfD ist eine irgendwie geartete Zu\u00ad\u00adsammenarbeit denkbar.<\/p>\n<p><strong>Wie erkl\u00e4ren Sie sich als Ostdeutsche, dass die AfD insbesondere in den \u00f6stlichen Bundesl\u00e4ndern sehr viel<\/strong><br \/>\n<strong> Zulauf hat?<\/strong><\/p>\n<p>Wir sehen, dass es W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler gibt, die das Gef\u00fchl haben, sie und ihre Interessen w\u00fcrden nicht richtig wahrgenommen. Darauf gehen wir in unserem Regierungsprogramm ein und haben einen besonderen Schwerpunkt darauf gelegt, f\u00fcr l\u00e4ndliche R\u00e4ume, f\u00fcr Regionen mit starkem Wegzug mehr zu tun. Es ist aber auch ganz klar, dass wir uns von den Positionen der AfD klar abgrenzen. Wir stehen gegen Vorurteile und gegen Ausgrenzung; f\u00fcr uns gilt stets, dass die W\u00fcrde jedes Menschen zu sch\u00fctzen und zu achten ist.<\/p>\n<p><strong>Stichwort Ost-Rente. Seit vielen Jahren hei\u00dft es, dass die\u00a0Renten in Ost und West bald gleich sind. Nun soll es eine Angleichung erst bis 2025\u00a0geben \u2013 35 Jahre nach der Wiedervereinigung.<\/strong><br \/>\n<strong> Viele ostdeutsche Rentner sind dar\u00fcber emp\u00f6rt\u00a0\u2026<\/strong><\/p>\n<p>Auch die Rentnerinnen und Rentner in den neuen Bundesl\u00e4ndern werden zustimmen, dass die Renten in den letzten Jahren kr\u00e4ftig gestiegen sind &#8211; bei gleichzeitig sehr niedriger Inflationsrate. Das hat dazu ge\u00ad\u00adf\u00fchrt, dass ihr Wohlstand eher gewachsen ist.<\/p>\n<p>Es ist aber so, dass es in der Rente einen klaren Zielkonflikt gibt. Einerseits wollen wir eine m\u00f6glichst schnelle Angleichung der Renten der heutigen Rentnerinnen und Rentner. Mit einer solchen Angleichung an das West-Niveau sinkt andererseits aber die Bewertung der Rentenpunkte der Jungen, die heute einzahlen. Wenn man die Gro\u00dfeltern fragt, ob sie mehr Rente wollen, werden sie schnell Ja sagen. Sagt man ihnen aber dazu, dass dadurch der Rentenanspruch ihrer Enkel sinkt, sieht die Antwort vielleicht schon anders aus. Weil beides gleichzeitig aber nicht geht, haben wir den Kompromiss gefunden, die Renten bis 2025 anzugleichen und zugleich darauf zu setzen, dass bis dahin die Verdienstm\u00f6glichkeit der Jungen in den \u00f6stlichen Bundesl\u00e4ndern noch besser werden.<\/p>\n<p><strong>Deutschlands Wirtschaft brummt, und in den letzten Jahren entstanden Millionen neuer Jobs. Dennoch verdient ein Viertel aller ostdeutschen Arbeitnehmer bis heute nur den Mindestlohn. Und 2,5\u00a0Millionen Deutsche sind immer noch arbeitslos. Viele f\u00fchlen sich abgeh\u00e4ngt\u00a0\u2026<\/strong><\/p>\n<p>Die Einf\u00fchrung des Mindestlohns war zun\u00e4chst einmal f\u00fcr viele sehr positiv, weil er f\u00fcr sie ein h\u00f6heres Einkommen be\u00ad\u00addeutete. Der Mindestlohn wird regelm\u00e4\u00dfig an die allgemeine Tarifentwicklung angepasst, deswegen d\u00fcrfte er sich k\u00fcnftig weiter erh\u00f6hen. Der Mindestlohn ist ein gro\u00dfer Erfolg.<\/p>\n<p><strong>Anders als die Mietpreisbremse, die dazu f\u00fchren sollte, Mieten in Ballungsr\u00e4umen erschwinglich zu halten. Das Gegenteil war der Fall, die Preise dort stiegen oft rasant. Das war wohl ein Schuss in den Ofen\u00a0\u2026<\/strong><\/p>\n<p>Die Mietpreisbremse hat das Problem noch nicht beseitigt, das stimmt. Das beste Instrument gegen den Preisdruck auf dem Wohnungsmarkt ist der Neubau von Wohnungen. Deshalb legen wir als CDU in unserem Regierungsprogramm auch Wert darauf, dass noch mehr Wohnungen gebaut werden. Dazu m\u00fcssen Planungs\u00adverfahren vereinfacht werden; kosteng\u00fcnstiges Bauen muss m\u00f6glich sein. Wir haben schon viel in den sozialen Wohnungsbau investiert und das Wohngeld f\u00fcr Menschen, die besonders unter hohen Mieten leiden, angepasst.<\/p>\n<p><strong>Ein ganz anderes Thema: Nahe dem Bundeskanzleramt, gleich vor Ihrer B\u00fcrot\u00fcr, soll m\u00f6glicherweise ein \u201eMahnmal f\u00fcr die Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft\u201c entstehen \u2013 zus\u00e4tzlich zu dem bereits beschlossenen Denkmal f\u00fcr die deutsche Einheit am wiederaufgebauten Berliner Schloss, der \u201e\u00adEinheitswippe\u201c. Was halten Sie davon?<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben eine gut entwickelte Kultur der Erinnerung an diese Zeit und das Leid der Opfer, mit vielen Gedenkorten und Institutionen wie der Gedenkst\u00e4tte Berlin-Hohensch\u00f6nhausen, der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, der Stasi-Unterlagenbeh\u00f6rde und der Berliner Mauergedenk\u00adst\u00e4tte.\u00a0Ob noch ein Mahnmal hin\u00adzukommen soll, damit wird sich der Deutsche Bundestag befassen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1440\" aria-describedby=\"caption-attachment-1440\" style=\"width: 474px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/SI_0100817_TOE_AngelaMerkel_77.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-1440\" src=\"https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/SI_0100817_TOE_AngelaMerkel_77-1024x819.jpg\" alt=\"\" width=\"474\" height=\"379\" srcset=\"https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/SI_0100817_TOE_AngelaMerkel_77-1024x819.jpg 1024w, https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/SI_0100817_TOE_AngelaMerkel_77-300x240.jpg 300w, https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/SI_0100817_TOE_AngelaMerkel_77-768x614.jpg 768w, https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/SI_0100817_TOE_AngelaMerkel_77.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 474px) 100vw, 474px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1440\" class=\"wp-caption-text\">Interview mit Angela Merkel 2017<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>So stark sind diese Unterschiede nicht. Eine Expertenkommis\u00adsion hat sich mit dem Thema besch\u00e4ftigt. In der n\u00e4chsten Legislaturperiode wird nach Gespr\u00e4chen zwischen der Stasi-Unterlagenbeh\u00f6rde und dem Bundesarchiv ein Konzept vorgestellt. Es muss sichergestellt sein, dass die Stasi-Akten auch weiterhin f\u00fcr Betroffene sowie Forscher und Medien zug\u00e4nglich und die Akten gleichzeitig auf Dauer gut verwahrt sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am SUPERillu traf Angela Merkel und sprach mit ihr \u00fcber die Themen, die Deutschland jetzt bewegen: Wie kommen wir raus aus der Fl\u00fcchtlingskrise? Warum dauert das mit der Angleichung der Ost-Renten so lange? Wer ist schuld an der Diesel-Aff\u00e4re? 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