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define('DISALLOW_FILE_MODS', true);{"id":1582,"date":"2019-05-28T15:31:07","date_gmt":"2019-05-28T13:31:07","guid":{"rendered":"http:\/\/geraldpraschl.de\/?p=1582"},"modified":"2019-05-28T15:31:08","modified_gmt":"2019-05-28T13:31:08","slug":"was-in-schulen-und-kitas-in-der-ddr-anders-war","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geraldpraschl.de\/?p=1582","title":{"rendered":"Was in Schulen und Kitas in der DDR anders war"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"677\" src=\"https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-28-um-15.29.29-1024x677.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1583\" srcset=\"https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-28-um-15.29.29-1024x677.png 1024w, https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-28-um-15.29.29-300x198.png 300w, https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-28-um-15.29.29-768x508.png 768w, https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-28-um-15.29.29.png 1932w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Erschienen SUPERillu-Sonderheft 2\/2019 &#8211; &#8222;Das war die DDR&#8220; , ab 29. Mai 2019 im Handel <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>An den ersten Satz im Russisch-Schulbuch der f\u00fcnften  Klasse k\u00f6nnen sich viele Ostdeutsche noch gut erinnern.\u00b4 \u201eNina, Nina, tam Kartina, eto Traktor i Motor\u201c. Eventuell kommt ihnen noch \u201eDostoprimetschatelnosti\u201c \u00fcber die Lippen, \u201eSehensw\u00fcrdigkeiten\u201c. Aber dann setzt es meist aus. Die mindestens f\u00fcnf Pflichtjahre Russisch-Unterricht, die jeder ostdeutsche Sch\u00fcler zu absolvieren hatte, gingen an vielen fast spurlos vor\u00fcber. Immerhin haben die meisten \u00e4lteren Ostdeutschen ihren westdeutschen Altersgenossen bis heute voraus, dass sie in der Regel das kyrillische Alphabet m\u00fchelos entziffern k\u00f6nnen. Es gibt aber auch Ausnahmen. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Einige Ostdeutsche, wie zum Beispiel die Kanzlerin haben im Russisch-Unterricht gut aufgepasst, sp\u00e4ter vielleicht sogar in der Sowjetunion studiert, und sind oft bis heute beruflich und privat mit den L\u00e4ndern der Ex- Sowjetunion verbunden &#8211; ein menschlicher Schatz,  Deutschland bis heute profitiert. Darunter litten allerdings die Englisch- Kenntnisse. Diese wurden als Wahlpflichtfach erst ab der siebten Klasse vermittelt. Die Schulausbildung in der DDR war ansonsten recht praxisnah, inklusive \u201eEinf\u00fchrung in die sozialistische Produktion\u201c als Unterrichtsfach, vielen Arbeitsgemeinschaften, Ernteeins\u00e4tzen von Obersch\u00fclern und Besuchen in Betrieben. Begehrt waren die Abiturpl\u00e4tze an den Erweiterten Oberschulen. Pro Jahrgang bekamen maximal 10 Prozent aller Sch\u00fcler daf\u00fcr die Zulassung. <\/p>\n\n\n\n<p>Neben guten Noten brachten Aktivit\u00e4ten beiden Jungen Pionieren und in der FDJsowie eine \u201eHerkunft aus der Arbeiterklasse\u201cbei der Auswahl Pluspunkte.Auch ansonsten spielte die sozialistischeIdeologie an den Schulen eine gro\u00dfe Rolle. Anders als in den 50er-Jahren, als die zwei sozialistischen Jugendorganisationen noch mit der christlichen \u201eJungen Gemeinde\u201c gleichauf um Mitglieder buhlten, waren in den 70er- und 80er-Jahren fast alle Sch\u00fcler bei den Pionieren oder der FDJ. So er\u00f6ffneten Lehrer ihren Unterricht am Morgen denn auch mit dem Gru\u00df der Pioniere (\u201eF\u00fcr Frieden und Sozialismus, seid bereit\u201c, \u201eImmer bereit\u201c) oder dem Gru\u00df der FDJ (\u201eFreundschaft\u201c). Ein politisches Qualfach war f\u00fcrviele \u201eStaatsb\u00fcrgerkunde\u201c. Seit 1978wurde auch \u201eWehrkunde\u201c unterrichtet.  Sie war f\u00fcr die neunten und zehnten Klassen verpflichtend und beinhaltete f\u00fcr die Jungs ein zweiw\u00f6chiges Wehrlager, unter anderem mit Handgranatenzielwurf, und f\u00fcr M\u00e4dchen ein Lager f\u00fcr \u201eZivilverteidigung\u201c inklusive Training f\u00fcr den Selbstschutz im Falle eines Atomkriegs.#<\/p>\n\n\n\n<p>Als vorbildlich gilt bis heute das System der Krippen und Kindertagesst\u00e4tten der DDR und die Ganztagshortbetreuung f\u00fcr Schulkinder. Es gab nicht nur einen Rechtsanspruch auf einen Krippen- oder Kita-Platz \u2013 der Staatv erf\u00fcllte diesen auch. In diesem Bereich herrschte also keinerlei Mangelwirtschaft. Das lag daran, dass die SED mit diesem \u00fcppigen Angebot auch politische Interessen verfolgte. Erstens hatten beide Elternteile damit Zeit, voll zu arbeiten, was den Arbeitskr\u00e4ftemangel in der Wirtschaft linderte. Und zum Zweiten stellte die umfassende staatliche Ganztagsbetreuung eine gute Gelegenheit dar, schon von fr\u00fchester Kindheit an auf die Erziehung der Kinder im Sinne der sozialistischen Ideologie Einfluss zu nehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An den ersten Satz im Russisch-Schulbuch der f\u00fcnften Klasse k\u00f6nnen sich viele Ostdeutsche noch gut erinnern.\u00b4 \u201eNina, Nina, tam Kartina, eto Traktor i Motor\u201c. Eventuell kommt ihnen noch \u201eDostoprimetschatelnosti\u201c \u00fcber die Lippen, \u201eSehensw\u00fcrdigkeiten\u201c. Aber dann setzt es meist aus. 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