define('DISALLOW_FILE_EDIT', true);
define('DISALLOW_FILE_MODS', true);{"id":1695,"date":"2022-01-16T02:29:57","date_gmt":"2022-01-16T01:29:57","guid":{"rendered":"https:\/\/geraldpraschl.de\/?p=1695"},"modified":"2022-01-16T02:40:27","modified_gmt":"2022-01-16T01:40:27","slug":"der-kult-um-liebknecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geraldpraschl.de\/?p=1695","title":{"rendered":"Der Kult um Liebknecht"},"content":{"rendered":"\n<p>Die j\u00e4hrliche M\u00e4rtyrer-Show der Links-Partei zum Gedenken an die Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg am 15. Januar 1919 ist, weil Aufm\u00e4rsche der Werkt\u00e4tigen &#8211; die ja wochentags arbeiten m\u00fcssen &#8211; seit dem Ende der SED-Diktatur seit 1989 schwerer zu organisieren sind, immer an einem Sonntag, also meist nicht am eigentlich Jahrestag der Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, dem 15. Januar 1919. <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/news\/berlin-gedenken-an-rosa-luxemburg-und-karl-liebknecht-li.204949?fbclid=IwAR39REh_Jz-YUmFdf9wSf-d4sC0Jmn41W2jE2gf0aiR-5EYLsMJro5MUnBc\">https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/news\/berlin-gedenken-an-rosa-luxemburg-und-karl-liebknecht-li.204949?fbclid=IwAR39REh_Jz-YUmFdf9wSf-d4sC0Jmn41W2jE2gf0aiR-5EYLsMJro5MUnBc<\/a><br><br><br>Von &#8222;stillem Gedenken&#8220;, wie in der \u00dcberschrift dieses Artikels, kann dabei keine Rede sein. Im Gegenteil, es geht ja darum, m\u00f6glichst viel \u00f6ffentliche Aufmerksamkeit zu erzeugen. Legitim bei politischen Events, machen die anderen auch nicht anders. 2022 war der Luxemburg\/Liebknecht-Marsch bereits am Sonntag, dem 9.Januar, ist also schon wieder ein paar Tage her. Am Ort des Geschehens, der Berliner &#8222;Gedenkst\u00e4tte der Sozialisten&#8220; am Friedhof Berlin-Friedrichsfelde, wo neben zahlreichen Spitzenfunktion\u00e4ren der SED-Diktatur auch viele Personen der Zeitgeschichte ruhen, die sich wegen der Gnade fr\u00fchen Todes, zuviel Moralin oder nur mittelm\u00e4\u00dfiger Performance im SED-Apparat nach ihrer Verfolgung durch die Nazi-Diktatur auch nur mittelm\u00e4\u00dfig bis gar nicht biographisch beschmutzen konnten oder auch wollten (wie z.B. Robert Siewert <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/l.facebook.com\/l.php?u=https%3A%2F%2Fde.wikipedia.org%2Fwiki%2FRobert_Siewert%3Ffbclid%3DIwAR3ulZPgZb9EpT0fCnGDC4qshYKph9dFuqaADPvSTJ82yGFBUl_ZGjTwWCw&amp;h=AT0nplpcZSjOCTjG893MXPAKYuyzy9m8yNe7gT2A9AAwOylB3SYNFP7d32RkkdJ5muIqATyT2MvybF_qPtoI8RQ4UqB-90iqfnGUff8Bj_NWLI5gbX8lT0h9Vszz9lOGT4HsTLQ&amp;__tn__=-UK-R&amp;c[0]=AT0VjWQCho_Av6f3P3gqGIz0XXL9TgEBUS5M0sCixyFaRQmoq4BgXND7Y5l1uWkwnynLkP_04s77u5_DluyMAqro_hPvA7THCRObH6zc3ps_yZL1jAxS5P9KncJzfrREpQjErVLtq55QTF1LJ70YHqi2GyY\" target=\"_blank\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Robert_Siewert<\/a> und einige andere), gibt es neben Liebknechts Ehrengrab auch einen &#8211; recht kleinen Gedenkstein f\u00fcr die Opfer der kommunistischen Diktatur, der zumindest von einigen der Beteiligten &#8211; das sei hier anerkennend erw\u00e4hnt &#8211; dabei ebenfalls eines Besuches bedacht wird. Von denen speziell, die genau wissen, dass viele der Abermillionen Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft, die zwei Drittel der Fl\u00e4che Europas mehr als 40 Jahre beherrschte (und ein Drittel mehr als 70 Jahre) und die uns Nachgeborenen nach deren Zusammenbruch ein gesellschaftliches und wirtschaftliches Ruinenfeld hinterlie\u00dfen, selber kommunistischen Glaubens waren. Leider sind das da nicht viele. Einige schauen auch nur schnell Alibi-m\u00e4\u00dfig vorbei. <br><br>F\u00fcr die Demokratie in Deutschland war es zun\u00e4chst ein Gl\u00fccksfall, dass anders als in Russland die Unterst\u00fctzer der kommunistischen &#8222;R\u00e4terepublik&#8220; &#8211; die schon damals, mehr als ein Jahr nach Lenins Oktoberputsch in Petrograd als Gewaltherrschaft f\u00fcr alle Informierten, zu denen sicher auch Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg geh\u00f6rten, erkennbar war \u2013 1919 in Deutschland trotz ihrer Gewaltbereitschaft nicht durchkamen. Sie w\u00e4ren auch ohne diese zweifellos abscheulichen politischen Morde an diesen beiden Politikern mit ihrem Bestreben, in Deutschland eine &#8222;R\u00e4terepublik&#8220; nach Lenins Vorbild einzurichten, nicht durchgekommen. So linksgestrickt Deutschland, das Land in dem der Kommunismus erfunden wurde, sein mag: f\u00fcr den Weg in eine radikale kommunistische Umerziehungsdiktatur gab es weder nach 1918 noch nach 1945 eine Mehrheit im deutschen Volk. Es wird sie auch in der Zukunft nicht geben. Sehr wohl sicherlich f\u00fcr einen am Gemeinwohl orientierten demokratischen, pluralistischen und rechtsstaatlichen Sozialstaat. Zusammenfassend: Die SPD-Politiker Friedrich Ebert und Gustav Noske, die in ihrer Not zwar faule Kompromisse eingingen, aber mit den Morden an Liebknecht und Luxemburg zumindest in direkter Befehlskette nichts zu tun hatten, bekommen f\u00fcr ihr &#8222;robustes&#8220; Vorgehen gegen deren Gesinnungsgenossen wie im Berliner Zeitungsviertel und anderswo sicher keinen Preis vom &#8222;Zentrum f\u00fcr politische Sch\u00f6nheit&#8220; &#8211; hatten aber recht. Und viele andere Begr\u00fcnder dieser ersten deutschen Demokratie, von SPD-links bis Zentrums-konservativ, die diese historische Chance unterst\u00fctzten, ebenfalls. <br><br>Der Zentrums-Politiker Matthias Erzberger, der 1918 die bittere Pflicht \u00fcbernahm, an Kaisers Statt den Waffenstillstand zu unterschreiben, der einer Kapitulation gleich kam, wurde 1921, nebenbei, in \u00e4hnlichen Umst\u00e4nden und von einer \u00e4hnlichen Rechtsau\u00dfen-Mischpoke wie Liebknecht und Luxemburg ermordet. Daran, dass die erste deutsche Demokratie 14 Jahre sp\u00e4ter scheiterte, tragen diese elenden geistigen Pickelhauben, die sowohl die Morde an Liebknecht als auch an Erzberger gut hie\u00dfen, eine gro\u00dfe Mitschuld, aber auch die von Liebknecht gegr\u00fcndete deutsche KPD- auch wenn er da schon lange tot war und f\u00fcr Th\u00e4lmann nichts konnte. Erz-Stalinist Th\u00e4lmann zumindest scheint der heutigen &#8222;Linken&#8220; zumindest etwas peinlich, jedenfalls machen sie zum Jahrestag seines &#8211; unstreitig von ganz, ganz b\u00f6sen Nazis verursachten &#8211; Todes im KZ Buchenwald 1944 keine so gro\u00dfe Show. Legt &#8222;Die Linke&#8220; f\u00fcr den wie Liebknecht ebenfalls von Rechtsradikalen ermordeten Matthias Erzberger auch jedes Jahr (in diesem Fall am 26. August) einen Kranz nieder? Umgekehrt: Treffen sich jedes Jahr die Spitzen von CDU und CSU, faktische Nachfolger von Erzbergers Zentrumspartei, jedes Jahr publikumswirksam an dessen Grab zur \u00f6ffentlichen Beweihr\u00e4ucherung und fordern Revanche? Was Erzberger &#8211; nebenbei &#8211; anders als Liebknecht &#8211; sicher verdient h\u00e4tte. Nicht die Revanche nat\u00fcrlich &#8211; nur das Gedenken. Oder wollen wir den (Horror-)Film von 1919-1933-1945 noch bis 2119-2133-2145 weiterspielen? Oder lieber gemeinsam, gut informiert und schlauer geworden, aber nicht biographisch belastet durch die Vergangenheit, nach pragmatischen Kompromissen f\u00fcr die Gegenwart und Zukunft suchen? &#8222;Die Linke&#8220; ist da mit diesen 15. Januar-Shows doch recht vergangenheitslastig. &#8222;Modern links&#8220; sieht anders aus. Oder ist links gar nicht modern?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die j\u00e4hrliche M\u00e4rtyrer-Show der Links-Partei zum Gedenken an die Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg am 15. Januar 1919 ist, weil Aufm\u00e4rsche der Werkt\u00e4tigen &#8211; die ja wochentags arbeiten m\u00fcssen &#8211; seit dem Ende der SED-Diktatur seit 1989 schwerer zu organisieren sind, immer an einem Sonntag, also meist nicht am eigentlich Jahrestag der Ermordung &hellip; <a href=\"https:\/\/geraldpraschl.de\/?p=1695\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Der Kult um Liebknecht<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1696,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1695","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gerald-praschl"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/geraldpraschl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1695","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/geraldpraschl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/geraldpraschl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/geraldpraschl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/geraldpraschl.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1695"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/geraldpraschl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1695\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/geraldpraschl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1696"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/geraldpraschl.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1695"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/geraldpraschl.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1695"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/geraldpraschl.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1695"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}