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define('DISALLOW_FILE_MODS', true);{"id":435,"date":"2014-07-22T19:54:26","date_gmt":"1970-01-01T00:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/east-blog.de\/allgemein\/2014\/07\/superillu-%d0%ba%d0%b0%d1%82%d0%b0%d1%81%d1%82%d1%80%d0%be%d1%84%d0%b0-malaysia-airlines-boeing-777-%d1%84%d0%b0%d0%ba%d1%82%d1%8b-%d0%b8-%d0%bf%d0%be%d1%81%d0%bb%d0%b5%d0%b4%d1%81-2\/"},"modified":"2014-07-22T19:54:26","modified_gmt":"1970-01-01T00:00:00","slug":"superillu-%d0%ba%d0%b0%d1%82%d0%b0%d1%81%d1%82%d1%80%d0%be%d1%84%d0%b0-malaysia-airlines-boeing-777-%d1%84%d0%b0%d0%ba%d1%82%d1%8b-%d0%b8-%d0%bf%d0%be%d1%81%d0%bb%d0%b5%d0%b4%d1%81-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geraldpraschl.de\/?p=435","title":{"rendered":"Ukraine: Die Fakten \u00fcber den Abschuss von MH-17"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1\" style=\"color: #888888;\">erschienen in SUPERillu Heft 31\/2014, Autor: Gerald Praschl<\/p>\n<p class=\"p1\" style=\"color: #888888;\">Sie flogen von Amsterdam nach Malaysia. Einige zu einem Kongress, andere zu Verwandten, viele auch einfach nur in den Urlaub. Und sie starben im ukrainischen B\u00fcrgerkrieg. Als die Rakete einschlug, war das Flugzeug schon drei Stunden in der Luft.<\/p>\n<p class=\"p3\" style=\"color: #888888;\">Das Geschoss muss die Maschine noch in der Luft zerrissen haben. Menschen und Tr\u00fcmmer wurden herausge<span class=\"s3\">schleudert. Aus 10 000 Metern H\u00f6he fielen sie herab. Maximal 150 Sekunden vergingen bis zum Aufschlag auf den Boden,zweieinhalb Minuten.<\/span><\/p>\n<p class=\"p3\" style=\"color: #888888;\"><span class=\"s4\"><span style=\"font-weight: bold;\">Die Tatwaffe.<\/span><\/span>\u00a0Wer macht so etwas? Die Beweislage scheint relativ klar. Der Malaysia-Airlines-Flug MH 17 wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Flugabwehrrakete sowjetischer Bauart, Typ \u201eBuk\u201c (\u201eBuche\u201c), getrofffen. Solche \u201eBuk\u201c-Raketen, in den 60er-Jahren entwickelt, waren ein R\u00fcckgrat der sowjetischen Luftabwehr. Sie k\u00f6nnen Flugzeuge aus bis zu 25 km H\u00f6he abschie\u00dfen, haben aus milit\u00e4rischer Sicht gegen\u00fcber dem fest installierten Flugabwehrsystem den Vorteil, dass sie klein und mobil sind. Daf\u00fcr haben sie keine gro\u00dfe Reichweite. Die 690 Kilogramm schweren \u201eBuk\u201c-Raketen, die auf einem Kettenfahrzeug montiert sind, treffen nur im Radius von 45 Kilometern.<\/p>\n<p class=\"p3\" style=\"color: #888888;\"><span class=\"s4\"><span style=\"font-weight: bold;\">Die T\u00e4ter.\u00a0<\/span><\/span>Die Sch\u00fctzen sa\u00dfen demnach also ganz nah an der sp\u00e4teren Absturzstelle. Das gesamte Gebiet wird seit Monaten von russischen Freisch\u00e4rlern kontrolliert, die dort einen eigenen Staat, die \u201eDonezker Volksrepu<span class=\"s5\">blik\u201c, ausgerufen haben. Die ukra<\/span>inische Regierung, seit der Wahl am 25. Mai unter Pr\u00e4sident Petro Poroschenko, f\u00fchrt seit Monaten eine milit\u00e4rische Gro\u00dfoffensive gegen diese Separatisten. Einige St\u00e4dte wie Slawiansk wurden von den Ukrainern zur\u00fcckerobert, nun stehen sie vor den Toren der Millionenstadt Donezk, die in der Hand der Rebellen ist. Gleichzeitig gab es in den letzten Wochen aber auch R\u00fcckschl\u00e4ge f\u00fcr die Ukrainer. Mehrere ihrer Flugzeuge wurden von den Freisch\u00e4rlern abgeschossen, zuletzt am 13. Juli, vier Tage vor der Malaysian-Katastrophe eine Antonow-26 mit 20 Insassen. Dass dieses Flugzeug, anders als bei vorherigen Absch\u00fcssen, aus gro\u00dfer H\u00f6he (6\u2009000 Meter) vom Himmel geholt wurde, deutete darauf hin, dass die Rebellen neuerdings nicht nur \u00fcber einfache Boden-Luft-Raketen, sondern \u00fcber schwere Flugabwehr wie die \u201eBuk\u201c verf\u00fcgen.<\/p>\n<p class=\"p3\" style=\"color: #888888;\"><span class=\"s4\"><span style=\"font-weight: bold;\">Der Leichtsinn.<\/span><\/span>\u00a0Kleine Flugabwehrgeschosse, wie sie in vielen Krisengebieten dieser Welt anzutreffen sind, reichen n\u00e4mlich nur bis maximal 4\u2009000 Meter H\u00f6he. Deshalb gelten viele Luftr\u00e4ume selbst \u00fcber B\u00fcrgerkriegsgebieten als \u201esicher\u201c. Thailand-Touristen fliegen \u00fcber Afghanistan. Dubai-Reisende \u00fcberqueren den Irak. S\u00fcdafrika-Besucher fliegen \u00fcber den Kongo. Die Fluggesellschaften argumentieren damit, dass K\u00e4mpfer am Boden dort gar nicht in der Lage seien, ein Flugzeug aus gro\u00dfer H\u00f6he abzuschie\u00dfen. \u201eNebenbei\u201c sparen sie damit teuren Sprit f\u00fcr lange Umwege. Meistens geht diese Rechnung auf. Doch am 17. Juli endete sie verh\u00e4ngnisvoll\u2026<\/p>\n<p class=\"p3\" style=\"color: #888888;\">Einige gro\u00dfe Fluglinien wie Air Berlin, Air France, Korean Airlines oder British Airways fliegen trotzdem schon seit L\u00e4ngerem nicht mehr \u00fcber das Krisengebiet in der Ost-Ukraine. Andere schon. Allein die Deutsche Lufthansa \u00fcberflog das Kriegs-gebiet in der letzten Woche vor dem Abschuss 56-mal. Zum Zeitpunkt des Abschusses war die Lufthansa-Maschine LH 772 Frankurt-Bangkok schon in der Luft und auf Kurs auf die Ost-Ukraine. \u00dcber B\u00f6hmen wurde sie nach der Nachricht \u00fcber den Abschuss auf einen n\u00f6rdlicheren Kurs, \u00fcber Russland, umgelenkt, landete deswegen mit zwei Stunden Versp\u00e4tung in Bangkok. Ein anderer Lufthansa-Flieger, LH 762 von M\u00fcnchen nach Neu-Delhi, passierte die Abschussregion nur eine halbe Stunde zuvor. Es ist also Zufall, dass kein Lufthansa-Flieger vom Himmel geholt wurde.<\/p>\n<p class=\"p3\" style=\"color: #888888;\"><span class=\"s4\"><span style=\"font-weight: bold;\">Die Beweise.<\/span><\/span>\u00a0Die russischen Rebellen streiten ihre Verantwortung f\u00fcr den Abschuss ab. Dass sie es trotzdem waren, daf\u00fcr gibt es\u00a0 aber recht augenscheinliche Beweise. So br\u00fcstete sich ihr Kommandant, Igor \u201eStrelkow\u201c Girkin, ein Waffennarr aus Moskau, in den Minuten nach dem Abschuss sogar noch damit. Im russischen Facebook, \u201eVkontakte\u201c, postete er, man habe ein \u201eV\u00f6gelchen\u201c von \u201eunserem Himmel\u201c geholt, eine Milit\u00e4rmaschine Antonow-26.<\/p>\n<p class=\"p3\" style=\"color: #888888;\">Als sich kurz darauf herausstellte, dass es keine ukrainische Milit\u00e4rmaschine war, sondern ein Ferienflieger, l\u00f6schte er seine Triumphmeldung schnell wieder. Doch das Internet vergisst nicht. Girkin behauptet seitdem, die Ukrainer h\u00e4tten das Flugzeug abgeschossen. Und noch bizarrer: Er meint ernsthaft, zum Zeitpunkt des Absturzes seien die Passagiere schon tagelang tot gewesen. Ein\u00a0 Beleg f\u00fcr seinen Geisteszustand. Weitere Belege f\u00fcr die Urheberschaft der Katastrophe sind, dass ein von Rebellen kontrolliertes \u201eBuk\u201c-Abschusssystem kurz vor und kurz nach der Tat in der N\u00e4he gesichtet wurde.<\/p>\n<p class=\"p3\" style=\"color: #888888;\">Eine komplizierte Frage ist, wer vor Ort in dem Rebellengebiet eigentlich die F\u00e4den zieht. Und wer den Befehl zum Abschuss gab.<\/p>\n<p class=\"p3\" style=\"color: #888888;\">Die beiden m\u00e4chstigsten M\u00e4nner der \u201eDonezker Volksrepublik\u201c sind beides keine Einheimischen.\u00a0<span class=\"s3\"><span style=\"font-weight: bold;\">Igor Girkin, 43<\/span><\/span>, der Milit\u00e4rkommandant, und\u00a0<span class=\"s3\"><span style=\"font-weight: bold;\">Aleksandr Borodaj, 42,\u00a0<\/span><\/span>der \u201ePremier\u201c, stammen beide aus Moskau. Girkin war dort als schriller Waffennarr bekannt, der gerne Schlachten aus dem russischen B\u00fcrgerkrieg 1920 nachstellte, mit sich selbst als Maschinengewehrsch\u00fctze \u201eStrelkow\u201c. Im Februar verschwand er aus Moskau, flog auf die Krim. Seit M\u00e4rz ist er \u201eOberst\u201c und Kommandant in der Ost-Ukraine, soll dort auch f\u00fcr Entf\u00fchrungen, Folter und Hinrichtungen verantwortlich sein. Aleksandr Borodaj ist \u201ePhilosoph\u201c und \u201eJournalist\u201c des rechtsradikalen Moskauer Blattes \u201eSawtra\u201c (\u201eMorgen\u201c), soll schon an vielen \u00e4hnlichen Kriegsschaupl\u00e4tzen, in denen es ums \u201erussische Imperium\u201c ging, als K\u00e4mpfer dabei gewesen sein, unter anderem im Tschetschenienkrieg. Ob sie als Agenten der russischen Geheimpolizei in die Ukraine kamen oder aus eigenem Antrieb, ist strittig. Fakt ist aber, dass die Rebellen milit\u00e4risch von russischer Seite unterst\u00fctzt werden. Neben zugereisten Fanatikern, S\u00f6ldnern und Abenteurern k\u00e4mpfen auch einige Tausend Einhei- mische auf Seiten der Separatisten. Die weitaus meisten der sieben Millionen Menschen der Region\u00a0 k\u00e4mpfen weder f\u00fcr noch gegen die Rebellen.<\/p>\n<p class=\"p3\" style=\"color: #888888;\"><span class=\"s4\"><span style=\"font-weight: bold;\">Die Putin-Frage<\/span><\/span>. Die Urheberschaft scheint also gekl\u00e4rt, die Frage ist nur: Wer lieferte solchen Rambos wie Girkin eine derartig gef\u00e4hrliche Technik wie die \u201eBuk\u201c? Vieles spricht daf\u00fcr, dass Russlands Pr\u00e4sident Wladimir Putin daf\u00fcr verantwortlich ist. Die Rebellen selbst behaupten, sie h\u00e4tten die \u201eBuk\u201c beim Sturm auf eine ukrainische Kaserne Ende Juni erbeutet.<\/p>\n<p class=\"p3\" style=\"color: #888888;\">Dagegen spricht, dass man, um damit ein Flugzeug abzuschie\u00dfen, nicht nur die aus drei Panzerfahrzeugen bestehende \u201eBuk\u201c-Technik braucht. Sondern auch mindestens 18 Mann speziell geschultes Personal. M\u00f6glich also, dass der angebliche Diebstahl nur verdecken soll, dass die Technik nebst Spezialisten frei Haus von Putin kam.<\/p>\n<p class=\"p3\" style=\"color: #888888;\">Daf\u00fcr spricht, dass in den letzten Wochen auch ansonsten gro\u00dfe Mengen schwerer Waffen von Russland zu den Rebellen in die Ukraine gelangten \u2013 darunter ganze\u00a0 Kolonnen von Panzern T-64, mit denen einst auch die NVA ausgestattet war. Kaum ein Beobachter glaubt, dass so etwas ohne Putins ausdr\u00fccklichen Befehl m\u00f6glich w\u00e4re \u2013 in Russland, das keineswegs mehr die Anarchie der 90er-Jahre ist, sondern sich immer mehr zu einem von den Kremlherren bestens \u00fcberwachten und gleichgeschalteten Polizeistaat entwickelt, wie zur Sowjetzeit.<\/p>\n<p class=\"p3\" style=\"color: #888888;\">Und aus demselben Grund zweifelt auch keiner daran, dass Putin auch jetzt in der Lage w\u00e4re, f\u00fcr eine l\u00fcckenlose Aufkl\u00e4rung des Abschusses zu sorgen und die T\u00e4ter zur Verantwortung zu ziehen \u2013 wenn er das denn wollte\u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>erschienen in SUPERillu Heft 31\/2014, Autor: Gerald Praschl Sie flogen von Amsterdam nach Malaysia. Einige zu einem Kongress, andere zu Verwandten, viele auch einfach nur in den Urlaub. Und sie starben im ukrainischen B\u00fcrgerkrieg. Als die Rakete einschlug, war das Flugzeug schon drei Stunden in der Luft. 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