define('DISALLOW_FILE_EDIT', true);
define('DISALLOW_FILE_MODS', true);{"id":867,"date":"2000-06-28T00:06:57","date_gmt":"2000-06-27T22:06:57","guid":{"rendered":"http:\/\/geraldpraschl.de\/?p=867"},"modified":"2016-04-28T01:01:48","modified_gmt":"2016-04-27T23:01:48","slug":"867","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geraldpraschl.de\/?p=867","title":{"rendered":"Historisches Dokument: Die Trauerrede f\u00fcr Erich Mielke (1907-2000)"},"content":{"rendered":"<p>Trauerrede<br \/>\nzum Ableben von Armeegeneral a. D. Erich Mielke<br \/>\nMinister f\u00fcr Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik,<br \/>\ngehalten am 10. Juni 2000<\/p>\n<p>Die folgende Rede wurde vom Verfasser dieser Webseite, Gerald Praschl bei der Beerdigung von Erich Mielke am 10. Juni 2000 in Berlin-Friedrichsfelde auf Tonband aufgezeichnet, zus\u00e4tzlich hat der Grabredner Willi Opitz selbst ihm ein Manuskript als Datei zur Verf\u00fcgung gestellt. Der Verfasser dieser Webseite versichert die Authentizit\u00e4t, distanziert sich aber ausdr\u00fccklich vom Inhalt dieser Rede. Sie steht hier als historisches Dokument. \u00a0<a href=\"https:\/\/geraldpraschl.de\/?p=878\">Zur Beerdigung selbst hier ein Bericht (&#8222;Wer weinte um den Herrn der Angst&#8220;)<\/a><\/p>\n<figure id=\"attachment_872\" aria-describedby=\"caption-attachment-872\" style=\"width: 162px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-872\" src=\"https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bildschirmfoto-2016-04-28-um-00.18.21-197x300.png\" alt=\"Mielkes Grabredner, Stasi-General Willi Opitz leitete zur DDR-Zeit die Hochschule des MfS in Potsdam \" width=\"162\" height=\"247\" srcset=\"https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bildschirmfoto-2016-04-28-um-00.18.21-197x300.png 197w, https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bildschirmfoto-2016-04-28-um-00.18.21.png 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 162px) 100vw, 162px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-872\" class=\"wp-caption-text\">Mielkes Grabredner, Stasi-General Willi Opitz leitete zur DDR-Zeit die Hochschule des MfS in Potsdam<\/figcaption><\/figure>\n<p>von Willi Opitz<\/p>\n<p><strong>Trauerrede f\u00fcr Erich Mielke<\/strong><\/p>\n<p>gehalten am 10. Juni 2000 von dem ehemaligen General des &#8222;Ministeriums f\u00fcr Staatssicherheit&#8220; (MfS)\u00a0der DDR, <strong>Willi Opitz<\/strong> (Foto) auf dem Friedhof Berlin-Friedrichsfelde. General Opitz war einst der Chef der &#8222;MfS&#8220;-Hochschule in Potsdam.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8222;Liebe Gertrud,<\/p>\n<p>werte Familienangeh\u00f6rige,<\/p>\n<p>liebe Genossen und Freunde<\/p>\n<p>Das K\u00e4mpferherz des Ministers f\u00fcr Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik, Armeegeneral a. D. Erich Mielke, hat am 21. Mai aufgeh\u00f6rt zu schlagen.<\/p>\n<p><!--more-->Mit Erich Mielke verstarb ein Antifaschist, ein Kommunist und\u00a0Internationalist, der aus tiefster \u00dcberzeugung sein Leben in den Dienst der hohen und edlen Ziele der Arbeiterklasse und aller Werkt\u00e4tigen, in den Dienst f\u00fcr Sozialismus und Frieden stellte. Er wollte, dass die Menschen in sozialer Sicherheit, in Geborgenheit und W\u00fcrde leben und arbeiten. Diesen Idealen f\u00fchlte er sich bis zuletzt verpflichtet.<\/p>\n<p>F\u00fcr dich, liebe Gertrud, ist nun die Stunde des ehrenden Abschieds von<\/p>\n<p>Deinem Dir in Liebe und Treue verbundenen Erich gekommen, f\u00fcr Euch, liebe Inge und lieber Frank, von Eurem herzensguten Vater, und f\u00fcr Dich, liebe Marion, von Deinem auf Dich stolzen Schwiegervater, f\u00fcr Euch, liebe Arlette und lieber Erik, von E urem\u00a0Euch liebenden Opa. Abschied von Erich Mielke, dem langj\u00e4hrigen Minister f\u00fcr Staatssicherheit\u00a0der Deutschen Demokratischen Republik, nehmen heute Weg- und Kampfgef\u00e4hren, die ihn hochverehrten, die ihn sch\u00e4tzen und achten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_880\" aria-describedby=\"caption-attachment-880\" style=\"width: 123px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-880\" src=\"https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bildschirmfoto-2016-04-28-um-00.31.48-194x300.png\" alt=\"Stasi-General Gerhard Neiber, einer von Mielkes Stellvertretern, verneigt sich vor seinem Grab \" width=\"123\" height=\"190\" srcset=\"https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bildschirmfoto-2016-04-28-um-00.31.48-194x300.png 194w, https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bildschirmfoto-2016-04-28-um-00.31.48.png 490w\" sizes=\"auto, (max-width: 123px) 100vw, 123px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-880\" class=\"wp-caption-text\">Stasi-General Gerhard Neiber, einer von Mielkes Stellvertretern, verneigt sich vor seinem Grab<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das Leben Erich Mielkes hat sich vollendet. Aber in den Herzen seiner\u00a0Familienangeh\u00f6rigen, in den Erinnerungen und Gedanken seiner Genossen und Freunde, lebt Erich Mielke, unser Minister, weiter. Im\u00a0aufrechten Gang durch die von Anfeindungen gepr\u00e4gte Zeit erf\u00fcllen wir sein Verm\u00e4chtnis.Weiter leben und wirken werden sein patriotisches und\u00a0 internationalistisches Denken und Handeln, seine Erfahrungen, die Lehren aus seinem unerm\u00fcdlichen Kampf und seine unbeugsame Zuversicht an Sozialismus und Frieden.<\/p>\n<p>Erich Mielkes Lebensweg war der eines Arbeitersohnes, wie ihn viele seiner\u00a0 Generation gegangen sind, deren Herz links schlug, die sich gegen Ausbeutung, Unterdr\u00fcckung und Krieg, f\u00fcr ein\u00a0menschenw\u00fcrdiges Leben organisierten, Verfolgungen auf sich nahmen und sich selbst niemals schonten.<\/p>\n<p>Am 28. Dezember 1907 wurde Erich Mielke in einer klassenbewussten\u00a0 Arbeiterfamilie im Berliner &#8222;Roten Wedding&#8220; geboren. Dort besuchte er die Grundschule und anschlie\u00dfend das K\u00f6llnische Gymnasium. Er\u00a0tat sich als junger Lokalreporter der &#8222;Roten Fahne&#8220; hervor. Nach einer entsprechenden Ausbildung war er als Speditionskaufmann\u00a0t\u00e4tig.<\/p>\n<p>Ob als ganz junger und sp\u00e4ter mit Lebens- und Kampferfahrung reich\u00a0 ausgestatteter Mensch: Politische Bildung zu erwerben und zu vertiefen sah er immer als seine, als Pflicht jedes Kommunisten an.\u00a0Anfangs im Selbststudium und sp\u00e4ter an der Milit\u00e4rpolitischen Schule in Moskau sowie beim Studium an der dortigen\u00a0Lenin-Schule erweiterte und vertiefte er seine Kenntnisse, vor allem auf milit\u00e4rpolitischem Gebiet. Das bef\u00e4higte ihn auch zum Lektor\u00a0an der Moskauer Lenin-Schule.Erich Mielke wurde ein unbeugsamer K\u00e4mpfer gegen Imperialismus, Faschismus\u00a0und Krieg. Bereits mit 14 Jahren trat er dem Kommunistischen Jugendverband Deutschlands, der von der KPD gef\u00fchrten\u00a0Arbeiterjugendorganisation bei. Noch 17j\u00e4hrig reihte er sich 1924 &#8211; sofort nach Bildung des Roten Frontk\u00e4mpferbundes &#8211; in die\u00a0antimilitaristische Wehr- und Schutzorganisation klassenbewusster Arbeiter ein. Ein Jahr sp\u00e4ter wurde er Mitglied der KPD,\u00a0der Kommunistischen Partei Deutschlands.<\/p>\n<figure id=\"attachment_873\" aria-describedby=\"caption-attachment-873\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-873\" src=\"https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bildschirmfoto-2016-04-28-um-00.18.46-300x207.png\" alt=\"Das Grab von Erich Mielke am Tag der Beerdigung im Juni 2000. Es ist ein anonymes Urnengrab nahe der Friedhofshalle in Berlin Friedrichsfelde\" width=\"300\" height=\"207\" srcset=\"https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bildschirmfoto-2016-04-28-um-00.18.46-300x207.png 300w, https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bildschirmfoto-2016-04-28-um-00.18.46-768x530.png 768w, https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bildschirmfoto-2016-04-28-um-00.18.46-1024x707.png 1024w, https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bildschirmfoto-2016-04-28-um-00.18.46.png 1102w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-873\" class=\"wp-caption-text\">Das Grab von Erich Mielke am Tag der Beerdigung im Juni 2000. Es ist ein anonymes Urnengrab nahe der Friedhofshalle in Berlin Friedrichsfelde<\/figcaption><\/figure>\n<p>In der Zeit der Weimarer Republik beteiligte er sich aktiv an den K\u00e4mpfen\u00a0 seiner Klasse gegen Militarismus und den heraufziehenden Faschismus. Als Internationalist und Verteidiger der\u00a0Spanischen Republik k\u00e4mpfte er in den ruhmreichen Internationalen Brigaden gegen die Franco-Soldateska und die\u00a0faschistischen Legionen aus Deutschland und Italien.Nach der Befreiung des deutschen Volkes vom Faschismus durch die\u00a0Sowjetunion und die Antihitlerkoalition geh\u00f6rte er zu den Aktivisten der ersten Stunde f\u00fcr ein neues, von der unheiligen Macht des\u00a0Kapitals und des Geldes befreites Leben im Osten Deutschlands und dessen Schutz.<\/p>\n<p>So als Inspektionsleiter der Polizei in Berlin-Lichtenberg, als\u00a0Abteilungsleiter Polizei und Justiz beim ZK der KPD und ab Juli 1946 als Vizepr\u00e4sident der Deutschen Verwaltung des Innern. Am 7. Oktober 1949 wurde die Deutsche Demokratische Republik gegr\u00fcndet,\u00a0die bisher gr\u00f6\u00dfte Errungenschaft in der Geschichte der deutschen revolution\u00e4ren Arbeiterbewegung. Am gleichen Tage wurde\u00a0Erich Mielke &#8211; mit dem Dienstgrad Generalinspekteur &#8211; Leiter der Hauptverwaltung zum Schutze der Volkswirtschaft.<\/p>\n<p>In allen diesen Funktionen erwarb er sich herausragende Verdienste beim\u00a0 Aufbau der neuen Ordnung, bei der Schaffung einer wahrhaftigen Deutschen Volkspolizei, im Kampf gegen die Feinde der\u00a0 demokratischen Umw\u00e4lzung, f\u00fcr den Schutz des Volkseigentums und der Lebens- und Arbeitswelt der Menschen. Am 8. Februar 1950 wurde durch Beschluss der Volkskammer der Deutschen\u00a0Demokratischen Republik das Ministerium f\u00fcr Staatssicherheit gebildet. Bew\u00e4hrte Antifaschisten, Interbrigadisten,\u00a0Widerstandsk\u00e4mpfer, Partisanen und in faschistischen KZ&#8217;s und Zuchth\u00e4usern Verfolgte aufrechte deutsche Patrioten geh\u00f6rten zur\u00a0Gr\u00fcndergeneration des MfS. Unter ihnen auch Erich Mielke.<\/p>\n<figure id=\"attachment_874\" aria-describedby=\"caption-attachment-874\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-874\" src=\"https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Erich-Mielke-Mauerbau-1961-300x199.jpg\" alt=\"Stasi-Minister Erich Mielek (zweiter von rechts) in der Nacht des Mauerbaus 1961 im Einsatz. Ein Foto, das sich in den Archiven der Stasi-Unterlagenbeh\u00f6rde fand\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Erich-Mielke-Mauerbau-1961-300x199.jpg 300w, https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Erich-Mielke-Mauerbau-1961-768x510.jpg 768w, https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Erich-Mielke-Mauerbau-1961-1024x680.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-874\" class=\"wp-caption-text\">Stasi-Minister Erich Mielek (zweiter von rechts) in der Nacht des Mauerbaus 1961 im Einsatz. Ein Foto, das sich in den Archiven der Stasi-Unterlagenbeh\u00f6rde fand<\/figcaption><\/figure>\n<p>Er wurde Staatssekret\u00e4r. Und von November 1957 an leitete und f\u00fchrte er\u00a0das Ministerium, war er unser Minister. Unter seiner Leitung wurde das MfS &#8211; und daran kann es auch aus heutiger\u00a0Sicht keine Abstriche geben &#8211; ein erfolgreiches Aufkl\u00e4rungs- und Abwehrorgan zum Schutz der sozialistischen Ordnung und\u00a0des friedlichen Lebens der B\u00fcrger.Der Sozialismus hatte Feinde &#8211; und nicht wenige &#8211; gef\u00e4hrliche,\u00a0skrupellose, gut ausger\u00fcstete Feinde. Um in ihre Konspiration einzudringen und die staatliche Sicherheit zu gew\u00e4hrleisten, erhielt das\u00a0MfS die Befugnisse zur Anwendung spezifischer Mittel und Methoden. Die Beseitigung der DDR war seit ihrer Gr\u00fcndung\u00a0 Herrschaftsauftrag des Kapitals, kennzeichnete dessen Politik und Ideologie.<\/p>\n<p>Subversive T\u00e4tigkeit der Geheimdienste, der Agentenzentralen und der\u00a0 zahlreichen anderen feindlichen Stellen und Kr\u00e4fte rechtzeitig aufzudecken und zu bek\u00e4mpfen, Agenten und Spione, Diversanten\u00a0und Saboteure, Terroristen, kriminelle Menschenh\u00e4ndler und andere Feinde der neuen Ordnung zu entlarven und sie\u00a0ihrer gerechten Strafe zuzuf\u00fchren,\u00a0in die Geheimnisse der sozialismus- und friedensfeindlichen Pl\u00e4ne und\u00a0 Machenschaften einzudringen, sie aufzukl\u00e4ren und vor allem vorbeugend unwirksam zu machen mitzuhelfen, Ursachen und Bedingungen\u00a0f\u00fcr jegliche Formen der Kriminalit\u00e4t zur\u00fcckzudr\u00e4ngen und in Staat und Gesellscahft eine hohe Ordnung f\u00fcr und\u00a0mit den B\u00fcrgern zu gew\u00e4hrleisten, waren Gr\u00fcndungs-\u00a0und Verfassungsauftrag des MfS als Schutz-, Sicherheits- und Rechtspflegeorgan der DDR unter F\u00fchrung der SED. Staatliche Sicherheit und \u00f6ffentliche Ordnung erforderte das Zusammenwirken der\u00a0verantwortlichen Organe und Einrichtungen, aller gesellschaftlichen Kr\u00e4fte und ging alle an.<\/p>\n<p>Wir sind es dem Ansehen unsere Ministers auch schuldig, hier und heute\u00a0 besonders daran zu erinnern, wie energisch er sich f\u00fcr die Einhaltung und Durchsetzung der\u00a0sozialistischen Gesetzlichkeit nicht nur in unserem Ministerium, sondern in allen Bereichen von Staat und Gesellschaft\u00a0einsetzte. Als er 1992 in Berlin-Pl\u00f6tzensee inhaftiert war, lie\u00df er in seinem\u00a0Interview f\u00fcr den &#8222;Spiegel&#8220; an seinem pers\u00f6nlichen Credo keine Abstriche zu: &#8222;Wer \u00fcber die Gesetze wachen will\u00a0und sollte, der mu\u00dfte auch die Gesetze beachten, der mu\u00dfte sie einhalten und verteidigen.&#8220;<\/p>\n<p>Nicht nur seine hier anwesenden Mitk\u00e4mpfer wissen um die Eindringlichkeit\u00a0seiner Forderung, stets sorgf\u00e4ltig zu unterscheiden zwischen Feinden, und solchen, die sich\u00a0unfreiwillig in Feindt\u00e4tigkeit verwickelten oder gegen ihre Absichten missbrauchen lie\u00dfen. Gleichzeitig machte er auch keinen Hehl aus seiner Haltung: Man kann zu\u00a0dieser oder jener Frage des sozialistischen Aufbaus eine andere Meinung haben, das ist angesichts der\u00a0Schwere und Kompliziertheit ganz normal &#8211; aber sich deshalb mit dem Feind zu verbinden, mit jener\u00a0Seite, die vom ersten Tag an auf den Untergang der DDR aus war, das betrachtete er als Verrat an unserer\u00a0guten Sache &#8211; und wohl zu Recht.<\/p>\n<p>Minister Erich Mielke forderte von den Angeh\u00f6rigen des MfS vor allem eine\u00a0wirksame vorbeugende Arbeit zu leisten. Es geh\u00f6rte zum Grundanliegen der Staats- und Rechtsordnung in\u00a0der DDR, Verbrechen und andere unter Strafe stehende Handlungen fr\u00fchzeitig zu erkennen und\u00a0vorbeugend zu verhindern.Auch wenn Antikommunisten, Feinde der DDR aller Schattierungen und nicht\u00a0wenige der sich objektiv gebenden &#8222;Aufarbeiter wider besseren Wissens anderes verk\u00fcnden: Erster\u00a0Ma\u00dfstab der Arbeit des MfS war niemals die Einleitung von Strafverfahren und schon gar nicht\u00a0Freiheitsentzug oder andere repressive Ma\u00dfnahmen. Ma\u00dfstab waren in ersten Linie die Erfolge in der vorbeugenden,\u00a0schadensabwendenden T\u00e4tigkeit.<\/p>\n<p>In den IM, in unseren von sozialistischen und humanistischen Idealen\u00a0motivierten inoffiziellen Mit-Arbeitern, Mit-K\u00e4mpfern sah er das Herzst\u00fcck erfolgreicher T\u00e4tigkeit. Die\u00a0verantwortungsbewusste und feinf\u00fchlige Zusammenarbeit mit den Inoffiziellen Mitarbeitern des MfS, den\u00a0 Kundschaftern und Patrioten an der unsichtbaren Front war dem Minister Herzenssache. Deshalb standen ihr\u00a0Schutz und die auf den dienstlichen Bestimmungen im MfS beruhende konspirative Zusammenarbeit\u00a0immer auch im Mittelpunkt der F\u00fchrungs- und Leitungst\u00e4tigkeit des Genossen Minister.<\/p>\n<p>Die Inoffiziellen Mitarbeiter haben wir uns bei der Erf\u00fcllung der Aufgaben in Aufkl\u00e4rung und Abwehr wesentlich unterst\u00fctzt. Wir \u00fcbernehmen f\u00fcr ihre verfassungskonforme und\u00a0rechtm\u00e4ssige T\u00e4tigkeit die politische Verantwortung. Sie sollen wissen, dass es uns schmerzlich\u00a0belastet, ihr von Vertrauen in das MfS getragenes Handeln nicht ausreichend gesch\u00fctzt und sie deshalb tief\u00a0entt\u00e4uscht zu haben.<\/p>\n<p>Die T\u00e4tigkeit des Ministers ist untrennbar verbunden mit dem hohen\u00a0Stellenwert, den er Aus- und Weiterbildung im MfS und der gesamten ideologischen St\u00e4hlung der\u00a0Angeh\u00f6rigen beima\u00df. Ausbildung und Erziehung mehrerer Generationen junger Mitarbeiter sind mit seinem Namen\u00a0verbunden. Er war ein wirklicher Freund der Jugend. Minister Erich Mielke hatte im Ministerium &#8211; und nicht nur dort &#8211; gro\u00dfes\u00a0Ansehen und eine sehr hohe<\/p>\n<p>Autorit\u00e4t. Sowohl wegen seiner Lebens- und Kampferfahrungen, seiner Treue\u00a0 zum Marxismus-Leninismus, seiner Prinzipienfestigkeit und Parteilichkeit, seinem Pflicht- und\u00a0Verantwortungsbewusstseins &#8211; kurz: seiner Arbeitsmoral und eisernen Disziplin. Und auch wegen seiner F\u00fcrsorge\u00a0gegen\u00fcber den Mitarbeitern, wenn sie Unterst\u00fctzung brauchten bei so manchen pers\u00f6nlichen Sorgen und\u00a0Problemen, die dieangestrengte Arbeit zwangsl\u00e4ufig mit sich brachten.<\/p>\n<p>Er verstand es, Menschen in seinen Bann zu ziehen, sie zu begeistern. Er\u00a0 strahlte Optimismus, Kraft und Lebensfreude aus. Die einpr\u00e4gsamen Worte des jungen Karl Marx machte er zu\u00a0seiner eigenen Lebenshaltung:&#8220;Wenn wir den Stand gew\u00e4hlt haben, in dem wir am meisten f\u00fcr die\u00a0Menschheit leisten k\u00f6nnen, dann k\u00f6nnen uns Lasten nicht niederbeugen, weil sei nur Opfer f\u00fcr alle sind,\u00a0dann genie\u00dfen wir keine arme, eingeschr\u00e4nkte, egoistische Freude, sondern unser Gl\u00fcck geh\u00f6rt Millionen.&#8220;<\/p>\n<p>Seinen Idealen treu bleibend, erf\u00fcllte Genosse Mielke gewissenhaft die Auftr\u00e4ge, stellte er sich mit seiner ganzen Person und Kraft, mit seinem Wissen und K\u00f6nnen in den Dienst seiner\u00a0Partei.<\/p>\n<p>Er war aber auch kein \u00dcbermensch, nicht unfehlbar. Die Komplexitit\u00e4t und\u00a0die Kompliziertheit der Errichtung und des Schutzes der neuen Gesellschaft, die oft harten, uns vor al lem vom Gegner aufgezwungenen Bedingungen, brachten unvermeidlich auch Fehler und\u00a0Entscheidungen hervor, die sich als ungeeignet oder gar als falsch erwiesen.Er kritisierte und konnte sehr energisch werden, wenn an Aufgaben nicht\u00a0mit dem erforderlichen politischen\u00a0und operativen Sachverstand und dem notwendigen Einsatz gearbeitet wurde,\u00a0wenn es Unehrlichkeit und andere Verletzungen der milit\u00e4rischen und der Parteidisziplin gab, wenn\u00a0Erscheinungen des Mi\u00dfbrauchs von Befugnissen, der Routine und des Schlendrians in der Arbeit auftraten\u00a0und besonders auch dann, wenn er mangelnde Sorgfalt im Umgang mit Volkseigentum, den uns anvertrauten\u00a0materiellen und finanziellen Mitteln feststellte. Stets ging es ihm da rum, den Auftrag zu erf\u00fcllen, die\u00a0Sache voranzubringen und Vertrauen zu rechtfertigen.<\/p>\n<p>Mit den Worten Feliks Dzierzynskis hat er uns immer wieder ins Gewissen\u00a0 geredet: &#8222;Tschekist sein kann nur ein Mensch mit k\u00fchlem Kopf, hei\u00dfem Herzen und\u00a0 sauberen H\u00e4nden. Er muss klar wie ein Kristall sein!&#8220;Als Mitglied des ZK der SED seit 1950, sp\u00e4ter als Kandidat und seit 1976 als Mitglied des Politb\u00fcros wirkte er in die Parteif\u00fchrung. Er war Mitglied des Nationalen Verteidigungsrates\u00a0der DDR. Seit 1958 geh\u00f6rte er der Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik an. Gerade auch in\u00a0dieser, seiner Abgeordnetent\u00e4tigkeit, hatte er st\u00e4ndig Kontakte mit seinen W\u00e4hlern, mit\u00a0 den &#8222;einfachen Menschen&#8220; &#8211; wie er sie sch\u00e4tzte -, mit ihren Sorgen und Problemen. Die regelm\u00e4\u00dfigen\u00a0Arbeitsbesuche in seinen vier Wahlkreisen legten immer auch Zeugnis ab vom Vertrauen, das in ihn in und in das Ministerium gesetzt wurden.<\/p>\n<p>Seit fr\u00fchester Jugend war Erich Mielke nicht nur ein Freund es Sports, sondern auch selbst sportlich aktiv. Das hielt bis ins hohe Alter an, damit hielt er sich fit. Unter seiner\u00a0Leitung entwickelte sich die Sportvereinigung Dynamo, die Sportvereinigung der Schutz- und\u00a0Sicherheitsorgane der DDR, zu einer leistungsstarken Organisation des Massen &#8211; und des Leistungssports. Dynamo\u00a0war und ist ein Inbegriff f\u00fcr Kinder- und Jugendsport. Aus Dynamo-Clubs gingen zahlreiche Olympiasieger,\u00a0Welt- und Europameister hervor. Im Fussball wurde der BFC mehrfacher DDR-Meister. Der\u00a0Eishockeysport in der DDR ist mit dem Namen Erich Mielke verbunden. Ohne seinen engagierten pers\u00f6nlichen Einsatz\u00a0g\u00e4be es die Schlitten- und Bobbahn in Altenberg und das Sportforum Berlin nicht &#8211; wie bekannt, noch\u00a0heute international anerkannte und genutzte Wettkampfst\u00e4tte.<\/p>\n<p>Nicht nur als Minister f\u00fcr Staatssicherheit, sondern auch aus seiner\u00a0 Naturverbundenheit heraus, nahm Erich Mielke seiner Verantwortung f\u00fcr die Ereignisse und Geschicke des\u00a0Staatlichen Forstwirtschaftsbetriebes Neuhaus sehr ernst. Mit Herz und Seele, mit\u00a0Wissen und K\u00f6nnen widmete er sich pers\u00f6nlich den Erfordernissen der \u00d6konomie des Forstes, der Pflege\u00a0des Waldes und der Hege des Wildes. Das hat er immer als Einheit betrachtet. Alte Jagdtraditionen hat\u00a0er wiederbelebt, gepflegt und gef\u00f6rdert. In seinem Jagdkollektiv, in dieser Gemeinschaft fand er\u00a0Entspannung, holte er sich Kraft, um seine Pflichten im Dienste f\u00fcr Partei und Staat zu erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>F\u00fcr seine Verdienste und seine Arbeit wurde Erich Mielke hoch geehrt und\u00a0ausgezeichnet. Mit dem Karl-Marx-Orden, dem Orden &#8222;Banner der Arbeit&#8220;, dem Vaterl\u00e4ndischen\u00a0Verdienstorden, dem Scharnhorst-Orden, dem Orden f\u00fcr Verdienste um Volk und Vaterland. Mehrfach wurde er\u00a0mit dem Ehrentitel &#8222;Held der Arbeit&#8220; geehrt und zweimal als &#8222;Held der DDR&#8220;.<\/p>\n<p>Im Kampf f\u00fcr Frieden und Sozialismus ist es von entscheidender Bedeutung,\u00a0in jeder Situation treue Kampfgef\u00e4hrten an der Seite zu wissen. Das war die feste Haltung des\u00a0Ministers und vor allem auch des Internationalisten Erich Mielke.Im Werk Lenins, in der Entwicklung der Sowjetunion sah er das Unterpfand\u00a0des Sieges des Sozialismus und des Friedens. Kampfgemeinschaft mit der Sowjetunion, mit den\u00a0sowjetischen Tschekisten waren ihm Herzenssache.<\/p>\n<p>Vom Pr\u00e4sidium des Obersten Sowjet der UdSSR wurde er mehrfach mit dem\u00a0 Leninorden und dem Rotbannerorden ausgezeichnet. Erich Mielke erhielt den Orden der Oktoberrevolution und\u00a0die Medaille &#8222;Goldener Stern&#8220;. Ihm wurde der Ehrentitel &#8222;Held der Sowjetunion&#8220; verliehen. Hoch gew\u00fcrdigt wurde sein\u00a0 internationalistisches Wirken durch die F\u00fchrungen der Volksrepublik Polen, der CSSR, der Ungarischen\u00a0Volksrepublik, der Volksrepublik Bulgarien, der Sozialistischen F\u00f6derativen Republik Jugoslawien, der Sozialistischen\u00a0Republik Cubas und Vietnams, aber auch Nikaraguas und anderer mit der DDR befreundeter Staaten.<\/p>\n<p>Der Niedergang und der Zerfall der Union der Sozialistischen\u00a0 Sowjetrepubliken, der Sowjetunion, die er geliebt und verteidigt, f\u00fcr die er sich selbstlos eingesetzt hat, haben ihn zutiefst\u00a0ersch\u00fcttert. Auch er konnte die &#8211; durch den Zerfall der UdSSR gef\u00f6rderte &#8211; Niederlage der Sache des Sozialismus auf\u00a0deutschem Boden, die Beseitigung der DDR,nicht verhindern.<\/p>\n<p>Es ist belegt, dass er auf der Grundlage der Arbeitsergebnisse des MfS die\u00a0 Partei- und Staatsf\u00fchrung rechtzeitig und umfassend \u00fcber auftretende, die innere Sicherheit und politische\u00a0Stabilit\u00e4t beeintr\u00e4chtigende, ja gef\u00e4hrdende Probleme, bis hin zu Fehlentwicklungen informierte. Die Informationen, die\u00a0 Mahnungen, fanden immer weniger die erforderliche Beachtung und Aufmerksamkeit. Sie f\u00fchrten nicht zur \u00dcberwindung von politischen Fehlern, von Irrwegen und den zunehmenden Differenzen zwischen SED und Teilen des Volkes.<\/p>\n<p>Tatsachen sind und bleiben:Gemeinsam mit dem Minister des Innern der DDR ergriff unser Minister die\u00a0Initiative zur Ausarbeitung grunds\u00e4tzlich neuer rechtlicher Bestimmungen f\u00fcr die Reiseerleichterungen der B\u00fcrger der\u00a0DDR. Von der hohen Verantwortung als Minister f\u00fcr Staatssicherheit war sein Verhalten im Herbst 1989 getragen &#8211; besonders bei der \u00d6ffnung der Staatsgrenze durch die DDR-F\u00fchrung und beim strikten Verbot der Anwendung der Schusswaffe.<\/p>\n<p>Nach 1989 standen Erich Mielke und \u00fcber ihn auch das MfS im Mittelpunkt\u00a0der Verleumdungen, der Hetze und L\u00fcgen &#8211;\u00a0und das h\u00e4lt unvermindert an. Von Rache und Siegerjustiz gepr\u00e4gte\u00a0Verurteilungen, entw\u00fcrdigende Haftbedingungen, Aberkennung der ihm zustehenden VVN-Rente und Rentenstrafrecht, Einzug\u00a0seines von ihm redlich erworbenen Verm\u00f6gens und damit auch schwerwiegende Eingriffe in die soziale\u00a0Sicherheit seiner Frau und Familie, konnten ihn nicht brechen.<\/p>\n<p>Er blieb seiner Haltung treu:&#8220;Wer sich selbst kr\u00fcmmt, kann andere nicht aufrichten!&#8220;Gemeinsam mit meiner Ehefrau habe ich unseren Minister in der\u00a0 Strafvollzugsanstalt Berlin-Moabit besucht. Er sprach mit uns nicht \u00fcber seine Haftbedingungen, denen er als damals 87j\u00e4hriger\u00a0ausgesetzt war. Nein, er erkundigte sich, wie es den hauptamtlichen und inoffiziellen Mitarbeitern beim MfS geht.\u00a0Wir sp\u00fcrten, welch gro\u00dfen Schmerz es ihm bereitete, dass er ihnen nicht beistehen konnte, und vor allem, dass sie\u00a0zu Pr\u00fcgelknaben der Nation gemacht, verfolgt,ausgegrenzt und ins gesellschaftliche Abseits gestellt, pers\u00f6nlich und\u00a0sozial gedem\u00fctigt werden.<\/p>\n<p>Nicht weniger schmerzten unseren Minister Verhaltensweisen, die nicht &#8211;\u00a0wie zu erwarten &#8211; von der gegnerischen Seite kamen, sondern von einigen Leuten, die einst das MfS als &#8222;Schild und\u00a0Schwert&#8220; betrachteten und feierten. Aus manchem Absender von W\u00fcrdigungen, Gru\u00dfadressen und W\u00fcnschen &#8222;f\u00fcr weitere\u00a0erfolgreiche Arbeit&#8220; und\u00a0&#8222;pers\u00f6nliches Wohlergehen&#8220; wurde ein Gewendeter.Ich handle im Sinne unseres Ministers, wenn ich heute und hier erkl\u00e4re: Mit aller Entschiedenheit wenden wir uns gegen die Entw\u00fcrdigung von\u00a0 B\u00fcrgern, die auf der Grundlage der Verfassung,der Gesetze und der Rechtsordnung der DDR gehandelt, von Menschen, die die\u00a0sich aus politischer und humanistischer \u00dcberzeugung oder anderen Motiven f\u00fcr die Sicherheit dieser\u00a0 Republik und den Schutz des Friedens eingesetzt haben.<\/p>\n<p>Liebe Gertrud,<\/p>\n<p>Dein Erich ist nun nicht mehr an deiner Seite. In den schweren Nachkriegsjahren hast Du &#8211; selbst organisierte Kommunistin &#8211; Deinen Erich kennen und sch\u00e4tzen gelernt. Am 18. Dezember\u00a01948 habt ihr den Bund f\u00fcr das Leben geschlossen. Gemeinsam habt ihr mehr als f\u00fcnf Jahrzehnte, auch und gerade\u00a0unter den Bedingungen seiner rastlosen Arbeit und hohen pers\u00f6nlichen Verantwortung, in Liebe und Treue fest zu\u00a0einander gestanden. Trotz der Anforderungen seiner Partei- und Dienstpflichten habt ihr eine gute und inhaltsreiche\u00a0Ehe gef\u00fchrt, habt ihr Freude und Entspannung in der wenigen gemeinsamen Freizeit gefunden. Dein Mann war eben &#8211; wie er es\u00a0 auch von anderen forderte &#8211; ein Tschekist und deshalb auch immer im Dienst.<\/p>\n<p>Das Wohl seiner Familie lag Deinem Erich und liegt Dir auch in seinem\u00a0Sinne weiter am Herzen. Liebevoll habt ihr Inge als Eure Tochter in die Familie aufgenommen. Ein herzliches Verh\u00e4ltnis zu\u00a0Deinen und Erichs Geschwistern, zu den Verwandten war immer Euer gemeinsames Anliegen. Ihr war beide stolz, als\u00a0Euer Frank geboren wurde und wie er sich zu einem erfolgreichen Arzt entwickelt hat. Seine Heirat mit Marion,\u00a0ebenfalls eine sehr gute \u00c4rztin, und die Geburt\u00b4Eurer Enkelkinder Arlette und Erik lie\u00df Euch gemeinsam besonderes Gl\u00fcck\u00a0empfinden.<\/p>\n<p>Liebe Gertrud,<\/p>\n<p>ich wei\u00df, da\u00df ich mich in v\u00f6lliger Ubereinstimmung mit Deinem Erich\u00a0befinde, wenn ich Dir ganz pers\u00f6nlichen Dank sage f\u00fcr Deine Liebe, Deine F\u00fcrsorge, f\u00fcr Dein Verst\u00e4ndnis an seiner\u00a0Seite, dem rastlosen Genossen Erich Mielke. Immer hast du zu ihm gestanden, hast ihn trotz Deines hohen Alters und\u00a0 eigener Erkrankungen betreut und gepflegt, als er mehr und mehr besondere Zuwendung brauchte. Dabei erhieltest Du vielfach Unterst\u00fctzung von Frank und Marion &#8211; und das nicht nur auf medizinischem Gebiet. In solidarischer Verbundenheit betreuten ihn Mitglieder des\u00a0Solidarit\u00e4tskomitees f\u00fcr die Opfer der politischen Verfolgung in Deutschland, besonders Werner Engst, Lena und Kurt Andr\u00e4,\u00a0Inge Lange, Klaus Meinel. In Treue standen Hans Carlsohn und viele andere Genossinnen und Genossen bis\u00a0zuletzt an der Seite des Ministers. Daf\u00fcr Euch und allen Ungenannten herzlichsten Dank.<\/p>\n<p>Ich kann Dir, liebe Gertrud, versichern, alle diese Freunde und Genossen\u00a0 werden Dir und Deiner Familie auch weiterhin Hilfe und Unterst\u00fctzung geben. Du kannst unserer Solidarit\u00e4t immer sicher\u00a0sein!<\/p>\n<p>Ich erf\u00fclle auch gern den Wunsch der Familie, wenn ich Herrn Rechtsanwalt\u00a0 Dr. K\u00f6nig Dank sage &#8211; und auch das nicht nur f\u00fcr die erwiesene rechtliche Hilfe und Unterst\u00fctzung. Dank auch den Mitarbeitern der h\u00e4uslichen Krankenpflege &#8222;Kramer und\u00a0Kramer&#8220;. Trotz aufopferungsvoller Pflege verschlechterte sich der\u00a0Gesundheitszustand Erich Mielkes. Das machte seine Aufnahme in des Pflegeheim Haus &#8222;Kyritz&#8220; notwendig. Dort erhielt er, den humanistischen Idealen und Grunds\u00e4tzen dieses Hauses entsprechend, eine vorbildliche Betreuung. Dank dem gesamten\u00a0Kollektiv auch daf\u00fcr, dass es gemeinsam handelnd pers\u00f6nlichkeitsentw\u00fcrdigende Angriffe der\u00a0Boulevard-Presse zur\u00fcckwies.<\/p>\n<p>Lieber Genosse Mielke,<\/p>\n<p>Viele, sehr viele Beileidsbekundungen richteten Genossen und Freunde,\u00a0 richteten Weg- und Kampfgef\u00e4hrten, Interbrigadisten, Parteiveteranden, Aktivisten der ersten Stunde und vor\u00a0allem auch junge Menschen an Deine Familie.Beileidsbekundungen kamen von Parteien, Organisationen und\u00a0 Vereinen sowie von Freunden aus dem In- und Ausland. Auch sie sind Beweis daf\u00fcr, wie Du f\u00fcr Dein Leben und Deinen\u00a0Kampf verehrt und geachtet wirst.<\/p>\n<p>Hochverehrter Genosse Minister Erich Mielke!<\/p>\n<p>Ich versichere Dir im Namen der Deiner, der unserer Sache Treuen, dass wir\u00a0 Dein Leben und Deinen Kampf stets in Ehren halten.Wir geloben, unserer \u00dcberzeugung getreu unbeirrbar weiter f\u00fcr soziale\u00a0Gerechtigkeit und f\u00fcr Frieden zu wirken, den L\u00fcgen die Stirn zu bieten und der Wahrheit zu dienen. Das sage ich in voller \u00dcbereinstimmung mit all jenen Menschen, die sich\u00a0mit &#8222;Kopf hoch und nicht die H\u00e4nde!&#8220; den Erfordernissen der Gegenwart und unverzagt einer sozialistischen und\u00a0friedlichen Zukunft stellen.<\/p>\n<p>Ruhe in Frieden!<\/p>\n<p>Du bleibst unvergessen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trauerrede zum Ableben von Armeegeneral a. D. Erich Mielke Minister f\u00fcr Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik, gehalten am 10. Juni 2000 Die folgende Rede wurde vom Verfasser dieser Webseite, Gerald Praschl bei der Beerdigung von Erich Mielke am 10. 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