define('DISALLOW_FILE_EDIT', true);
define('DISALLOW_FILE_MODS', true);{"id":878,"date":"2000-06-28T00:35:38","date_gmt":"2000-06-27T22:35:38","guid":{"rendered":"http:\/\/geraldpraschl.de\/?p=878"},"modified":"2016-04-28T00:40:30","modified_gmt":"2016-04-27T22:40:30","slug":"erich-mielke-wer-weinte-um-den-herrn-der-angst-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geraldpraschl.de\/?p=878","title":{"rendered":"Erich Mielke: Wer weinte um den Herrn der Angst?"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_880\" aria-describedby=\"caption-attachment-880\" style=\"width: 209px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-880\" src=\"https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bildschirmfoto-2016-04-28-um-00.31.48-194x300.png\" alt=\"Stasi-General Gerhard Neiber, einer von Mielkes Stellvertretern, verneigt sich vor seinem Grab \" width=\"209\" height=\"324\" srcset=\"https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bildschirmfoto-2016-04-28-um-00.31.48-194x300.png 194w, https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bildschirmfoto-2016-04-28-um-00.31.48.png 490w\" sizes=\"auto, (max-width: 209px) 100vw, 209px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-880\" class=\"wp-caption-text\">Stasi-General Gerhard Neiber, einer von Mielkes Stellvertretern, verneigt sich vor seinem Grab<\/figcaption><\/figure>\n<p>W\u00e4re Erich Mielke zu DDR-Zeiten gestorben, w\u00e4ren ihm Staatstrauer,ein Meer von Fahnen und ein pomp\u00f6ses Ehrengrab sicher gewesen. Seitenlang h\u00e4tte ihn das &#8222;Neue Deutschland&#8220; gew\u00fcrdigt und den Verlust betrauert. Vorbei!\u00a0 In Freiheit und im Bett starb im biblischen Alter von 92 Jahren der gef\u00fcrchtete Chef der DDR-&#8222;Staatssicherheit&#8220;, Erich Mielke<\/p>\n<p>Text: Gerald Praschl. Fotos: Nikola Kuzmanic, erschienen in SUPERillu, 2000<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/geraldpraschl.de\/?p=867\">Exklusiv auf geraldpraschl.de: Die Trauerrede f\u00fcr Erich Mielke<\/a><\/p>\n<p>Genau 36 Zeilen Text auf den hinteren Seiten widmete das einstige SED-Zentralorgan seiner Beisetzung am 10. Juni 2000 auf dem Berliner Friedhof Alt-Friedrichsfelde. Beerdigungsunternehmer Hubert Hunold (60), selbst Ex-MfS-Offizier und schon fr\u00fcher bei der Stasi dienstlich f\u00fcr Begr\u00e4bnisse zust\u00e4ndig, hatte einiges versucht, um die Bestattung geheim zu halten. Ein falscher Termin sollte Journalisten in die Irre f\u00fchren. Kein Aushang wies auf den wirklichen Zeitpunkt hin. Und aus Furcht vor Grabsch\u00e4ndung kam Mielkes Urne ins anonyme Urnen-Grab.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<figure id=\"attachment_872\" aria-describedby=\"caption-attachment-872\" style=\"width: 197px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-872\" src=\"https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bildschirmfoto-2016-04-28-um-00.18.21-197x300.png\" alt=\"Mielkes Grabredner, Stasi-General Willi Opitz leitete zur DDR-Zeit die Hochschule des MfS in Potsdam \" width=\"197\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bildschirmfoto-2016-04-28-um-00.18.21-197x300.png 197w, https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bildschirmfoto-2016-04-28-um-00.18.21.png 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 197px) 100vw, 197px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-872\" class=\"wp-caption-text\">Mielkes Grabredner, Stasi-General Willi Opitz leitete zur DDR-Zeit die Hochschule des MfS in Potsdam<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die G\u00e4ste, fast alles hohe Stasi-Leute (Spionagechef Markus Wolf\u00a0fehlte genauso wie sein Stellvertreter\/Nachfolger Werner Gro\u00dfmann, die Herren, so der Small Tal am Rande der Beerdigung, seien wohl etwas Besseres), wurden kurzfristig per Telefon informiert und zu einem Treff an den Berliner Friedhof Friedrichsfelde bestellt.Kein Wunder, dass Stasi-General Wolfgang Schwanitz (69), letzter Chef des DDR-&#8222;Ministeriums f\u00fcr Staatssicherheit&#8220; (MfS), sehr \u00fcberrascht war, als er auf dem Friedhof ein Team von SUPER ILLU traf. Die Reporter erlebten dann, wie die Vergangenheit f\u00fcr eine Stunde wieder lebendig wurde. Eine rote Fahne schm\u00fcckte den Urnentisch. Einer der ehemaligen Stellvertreter des Ministers f\u00fcr &#8222;Staatssicherheit&#8220;, Gerhard Neiber, salutierte am Grab. Trauerredner Willi Opitz (71), Ex-Chef der MfS-Hochschule, pries Mielkes Disziplin, seinen Kampf f\u00fcr &#8222;soziale Gerechtigkeit&#8220;, seine &#8222;Liebe zur Sowjetunion&#8220;.<\/p>\n<p>Trotz der markigen Spr\u00fcche wurde es ein leiser Abschied. Nur einer reckte am Grab trotzig die Faust, rief &#8222;Erich, Rot Front!&#8220; Die anderen folgten still und bezeugten Mielke Witwe Gertrud (90), Sohn Frank (51), Schwiegertochter Marion (50) und Enkel Erik (21) ihr Beileid. Mielkes Enkelin Arlett Mielke (25) tarnte sich mit einer schwarzen Per\u00fccke,klammerte sich unsicher an ihren Freund. Auch Tr\u00e4nen flossen um den Herrn der Angst, den so viele hassten und f\u00fcrchteten. Pflegetochter Inge Knappe, die als Kriegs-Waisenkind aus Oberschlesien bei den Mielkes aufwuchs und zu DDR-Zeiten beim Stasi-Sportverein Dynamo arbeitete, weinte bitterlich. Frank Mielke tr\u00f6stete sie.<\/p>\n<p>Zwischen den Kr\u00e4nzen f\u00fcr den Stasi-Chef vom &#8222;Zentralkomitee der KPD&#8220;, &#8222;von den Freunden und Veteranen des KfS&#8220; (des sowjetischen KGB), lag auch einer f\u00fcr den Menschen Erich Mielke. Darauf stand: &#8222;Meinem lieben Mann, unserem guten Vater und Opa einen letzten Gru\u00df.&#8220;<\/p>\n<figure id=\"attachment_873\" aria-describedby=\"caption-attachment-873\" style=\"width: 425px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-873\" src=\"https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bildschirmfoto-2016-04-28-um-00.18.46-300x207.png\" alt=\"Das Grab von Erich Mielke am Tag der Beerdigung im Juni 2000. Es ist ein anonymes Urnengrab nahe der Friedhofshalle in Berlin Friedrichsfelde\" width=\"425\" height=\"293\" srcset=\"https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bildschirmfoto-2016-04-28-um-00.18.46-300x207.png 300w, https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bildschirmfoto-2016-04-28-um-00.18.46-768x530.png 768w, https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bildschirmfoto-2016-04-28-um-00.18.46-1024x707.png 1024w, https:\/\/geraldpraschl.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bildschirmfoto-2016-04-28-um-00.18.46.png 1102w\" sizes=\"auto, (max-width: 425px) 100vw, 425px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-873\" class=\"wp-caption-text\">Das Grab von Erich Mielke am Tag der Beerdigung im Juni 2000. Es ist ein anonymes Urnengrab nahe der Friedhofshalle in Berlin Friedrichsfelde<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4re Erich Mielke zu DDR-Zeiten gestorben, w\u00e4ren ihm Staatstrauer,ein Meer von Fahnen und ein pomp\u00f6ses Ehrengrab sicher gewesen. Seitenlang h\u00e4tte ihn das &#8222;Neue Deutschland&#8220; gew\u00fcrdigt und den Verlust betrauert. Vorbei!\u00a0 In Freiheit und im Bett starb im biblischen Alter von 92 Jahren der gef\u00fcrchtete Chef der DDR-&#8222;Staatssicherheit&#8220;, Erich Mielke Text: Gerald Praschl. 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