„Mut-Frauen“ in der DDR

Mut-Frauen_in_der_DDR
Bärbel Bohley, Gerald Praschl, Rüdiger Rosenthal: „Mut-Frauen in der DDR“, erschienen 2006 bei Langen Müller Herbig, München, ISBN978-3776624342

  Als „Hort der Gleichberechtigung“ wird die DDR oft dargestellt, als Staat, in dem Frauen alle Möglichkeiten offen standen. Doch die Praxis sah anders aus: Ob im Politbüro, im SED-Zentralkomittee, in den Betrieben und der DDR-Regierung – die Spitzenpositionen wurden von Männern besetzt. Im Widerstand gegen die SED spielten Frauen jedoch eine herausragende Rolle. Was waren ihre Motive, gegen die Diktatur aufzubegehren und Zivilcourage zu zeigen? Waren sie weniger anfällig für die Verlockungen der Macht und der Privilegien, nach denen viele Männer strebten?Als „Hort der Gleichberechtigung“ wird die DDR oft dargestellt, als Staat, in dem Frauen alle Möglichkeiten offen standen. Doch die Praxis sah anders aus: Ob im Politbüro, im SED-Zentralkomittee, in den Betrieben und der DDR-Regierung – die Spitzenpositionen wurden von Männern besetzt.

Im Widerstand gegen die SED spielten Frauen jedoch eine herausragende Rolle. Frauen gründeten die erste organisierte Oppositionsgruppe der 80er Jahre („Frauen für den Frieden 1982), im Hause einer Frau, Katja Havemann, wurde 1989 das „Neue Forum“ gegründet, zwei Frauen, Bärbel Bohley und Jutta Seidel“ forderten von den DDR-Behörden dessen Zulassung als Partei. Und zwei Frauen, die Leipzigerinnen Gesine Oltmanns und Katrin Hattenhauer führten mutig mit dem ersten Transparent die erste Montagsdemo von Leipzig an. Was waren ihre Motive, gegen die Diktatur aufzubegehren und Zivilcourage zu zeigen? Darauf stand die zentrale Forderung derer, die dem SED-Regime ein Ende bereiten wollten: „Für ein freies Land mit freien Menschen!“

Wieso spielten Frauen bei der friedlichen Revolution in der DDR die Schlüsselrolle? Waren Frauen mutiger? Waren sie weniger anfällig für die Verlockungen der Macht und der Privilegien, nach denen viele Männer strebten? Bärbel Bohley schreibt in dem Buch „Mut-Frauen in der DDR“ über die Gründe, warum Frauen eine so große Bedeutung in der DDR-Opposition hatten und warum sie persönlich als junge Frau den schwierigen Weg des Widerstandes wählte. Rechts drei Fotos aus ihrem schwierigen DDR-Leben, das sie sich damit einhandelte. Bärbel Bohley mit einem Plakat von „Frauen für den Frieden“, der ersten Oppositionsgruppe in den 80er Jahren. Die Stasi beobachtete sie rund um die Uhr, hörte ihre Wohnung mit Wanzen ab. Hier ein Obsvervationsfoto. Darunter ein Foto von ihrer Verhaftung durch die Stasi 1983 (alle drei Fotos: Mathias-Domaschk-Archiv der DDR-Opposition). Ganz unten Bärbel Bohley heute (Foto: Nikola Kuzmanic, kostenlos abrufbar unterwww.baerbelbohley.de).

 

Gerald Praschl und Rüdiger Rosenthal berichten in dem Buch „Mut-Frauen in der DDR“ über andere mutige Frauen in der DDR, die sich nicht anpassen wollten und dafür einen hohen Preis bezahlten. Dieses Buch ist ein eindrucksvolles Zeitdokument über Zivilcourage und Verantwortung in einem totalitären Regime.

Inhaltsverzeichnis:
Vorwort: „Frauen in Ostdeutschland – vom richtigen Leben im falschen System“
Bärbel Bohley: Wir wollten schlau sein wie die Schlangen
Annegret Gollin: „Tramper Uschi“
Erdmuthe Grosser-Bald: Die „Tasse-Kaffee-Affäre“
Melanie Weber: Der Engel der Gefangenen
Monika Palm: Unsere Kinder sollten nicht in diese Mühle
Elke Wirth: Etwas zum „Lachen“
Gesine Oltmanns: „Bleib erschütterbar und widersteh“
Ingrid Vitzthum: Nichts konnte mich mehr halten

 

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